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im Auge behalten wird, da dieselbe in einer von dem hohen Ministerium des Handels unter dem 22. September erhaltenen 3uschrift mit der ihr gebührenden Aufmerksamkeit erwähnt wird.
Seit einigen Tagen hier, um Freund Arlès zu besuchen, haben wir diese sehr wichtige Angelegenheit vielfach besprochen und Enfantin, welcher eigens zu dem Zwecke hierher kam, um sich darüber mit uns zu benehmen, trägt mir auf die Einlage zu überreichen, aus welcher Sie seine jetzigen Ansichten entnehmen werden, welchen ich mich vollkommen anschließe. Meiner unmaßgeblichen Ansicht nach, dürfte es gut sein, wenn Sie Gelegenheit nehmen, Herrn min. von Brud Kenntnis von Enfantins Brief zu geben, um vielleicht einen Schritt von der östreichischen Regierung hervorzurufen. Jedenfalls müssen die ersten Schritte von Oesterreich kommen, England wird sie nicht tun und Frankreich wird alles verderben, wenn es an die Spitze treten wollte. Der Oesterreichische Clond muß sich recht fest in den Sattel setzen, um sich in seiner Dampfschifffahrt im Orient zu behaupten, denn wie ich hier vernehme, soll in Marseille in der nächsten Zeit eine sehr mächtige Dampfschiff Compagnie hergestellt werden, deren Zweck ist, allen orientalischen Verkehr von Triest ab nach Marseille abzuleiten; dies Bestreben wird aber dadurch unterstützt, daß die Franzosen nach und nach doch einige Zweige ihrer Eisenb. Linie zwischen Calais und Marseille fertig bekommen und außerdem durch die schöne DampfSchifffahrt von Chalons sur Saône über Lyon bis Avignon unterstützt werden. Es wäre hohe 3eit, daß der schöne Plan, in London und Ostindien Reisebücher für die ganze Reise von Triest nach London und vice versa zu verkaufen zur Ausführung käme, welchen das ver= hängnißvolle Jahr 1848 in Vergessenheit brachte diese Einrichtung sollte mit dem Tage der Eröffnung der Prag- Dresdener Eisenbahn ins Leben treten. Wenn sich Oesterreich und Deutschland nicht lebhaft rühren, so verlieren wir den ganzen Englisch- Ostindischen Verkehr, der anfing sich zu bilden und der richtig gepflegt eine so unermeßliche Wichtigkeit gewinnen könnte.
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Morgen reise ich nach Avignon und Marseille um Freund Talabot zu besuchen und Ende dieses Monats gedenke ich wieder in Leipzig zu sein.
Mit bekannter Hochachtung ergeben
Lyon, 17. October 1850.
A. Dufour- Feronce.
Georgi- Dufour, Urkunden.
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