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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Dizewachtmeister Täubrich zwischen zwei Feuern.

Ich hatte so ein schönes, knallrotes Taschentuch, das benutzte ich als Notflagge."

den Feind zurück. Doch gelang eS uns nicht, dem stark überlegenen Gegner die Wasserstelle zu entreißen. Noch nachts wurde bis in die Nähe von Sperlingspütz zurückgegangen, wo wir am anderen Morgen endlich unseren brennenden Durst löschen konnten. Sergeant Hermann von der Gebirgsbatterie sagte mir nach dem Gefecht, daß sein Geschütz bereits auf uns gerichtet war, als man durch Schwenken meines Tuches den Irrtum erkannte. Bon Reiter Held fand man nichts mehr, und er galt als vermißt. Ich lernte aus diesem meinem ersten Gefechte gegen die Hottentotten, daß dieselben länger standhielten wie die Boxer 1900, und daß man sich hüten muß, von der Truppe abzukommen. Ich habe diese Punkte in meinen späteren acht Gefechten beherzigt, aber noch recht oft habe ich an diese Feuertaufe denken müssen.

W. Täubrich,

Vizewachtmeister der 10. Komp. 2. Feldregts., früher Feldart.-Regiment Nr. 77, Leipzig.