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„Wasser! Wasser!'
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fallen, und die Leutnants Rath und Zwicke griffen selbst mit zu, um durch ihr Granatfeuer die Infanterie zu unterstützen; denn die Bedienung wurde schon knapp. Auch Leutnant d. R, Semper erhielt einen Armschuß, blieb aber im Gefecht. Die Sonne brannte so drückend, daß der Sand förmlich glühte und Blasen auf die Haut zog. Der Durst wurde immer unerträglicher. Die Hottentotten wagten gegen Abend um unsern linken Flügel herum sogar einen Angriff auf unsere Schanzen. Leutnant von Petersdorfs-Campen wies sie aber mit seinen paar Reitern energisch zurück. Ein verzweifelter Vorstoß unserseits wurde zurückgewiesen.
Besonders die Verwundeten litten entsetzlich unter dem Durst — wir aber auch. Vor uns lag die Quelle! Aber —
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Der zweite und dritte Tag in Durst und Kampf.
Unter orkanartigem Sturm verging die Nacht auf den 3. Januar — natürlich gefechtsbereit! Und der 3. war fast noch heißer. Der Kampf ebenso. Der brave Hauptmann Richard munterte ununterbrochen an in der Schützenlinie. Leutnant von Kleist wurde verwundet. Viele Leute bekamen Hitzschlag, und die Hottentotten höhnten: „Dütschmann, magst du gutes Wasser?" Leutnant von Vollard-Bockelberg sah ich vorlaufen im Durstwahn, direkt in den Feind hinein — in den Tod. Mit ungeheurer Hingebung nahmen sich die Ärzte, Dr. Kirsch, Dr. Welch und Dr. Jäger, der Verwundeten an, und unser mutiger Divisionspfarrer Schmidt waltete seines Amtes mit Opferfreudigkeit, wenn er nicht selbst in kritischen Augenblicken zur Büchse greisen mußte.
Als aber die Hottentotten einen Angriff auf unsere Geschütze wagten, da spannten wir unsere letzten Kräfte an, und noch einmal fegten die Kartätschen zwischen die Angreifer. Wo die Kanoniere tot oder verwundet waren, kamen die Reiter der 4. und 7. Kompagnie zu Hilfe.