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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Ich weitz nach, Satz ein Unteroffizier mich einige Schritte aus der Schützenlinie zog."

bitten. Ich konnte aber glücklicherweise niemandem mehr sein Wasser austrinken, weil niemand mehr etwas hatte. Erst als ich verbunden war, bekam ich etwas kalten Kaffee vom Wachtmeister.

Der Transport nach Gawachab kam mir sehr lang vor. Der Kaffee hatte meinen Durst nicht stillen können, und als morgens in der Nähe von Gawachab ein Reiter Wasser fand und mir brachte, da schmeckte mir das so gut, wie noch nie irgendeine Flüssigkeit in meinem Leben. Für die Leute war der Tag sehr anstrengend gewesen. Sie waren über 20 Stunden, ohne zu schlafen oder viel zu essen, unterwegs gewesen. Auf dem Rückweg mußten sie noch zwei Verwundete tragen. Der Tag kostete uns drei Tote: die Reiter Weiß, Dorsch und Hubrig; sechs Verwundete, außer mir: Oberleutnant Cruse, Dr. von Haselberg, Ge­freiter Köhler, Reiter Rauter und Müller.

von Oppen, Leutnant, z. Zt. im Dragoner-Regiment Nr. 2.

* *

Durst.

Groß-Nabas, 2. bis 4. Januar 1905.

I.

Groß-Nabas.

Den Monat Dezember verlebten wir ohne weitere Bedrohung vom Feinde. Freilich von einer Patrouille unter Führung des Leutnants Roßbach, die Mitte Dezember abging zur weiteren Aufklärung über den Feind, elf Mann stark, kamen nur acht Reiter wieder retour; der Leutnant, Unteroffizier Borrmann und Reiter Reiner fielen bei Witvley. Wir verließen Lidfontein und rückten über Schürfpenz nach Kalkfontein. Hier ver­lebten wir Weihnachten; wir, zusammen mit der 4. und 5. Kompagnie und 5. Batterie. Ich hab' noch nie ein so rührendes Weihnachtsfest verlebt wie da. Ein Dornbaum, behängen mit Watte und ein paar Kerzen darangesteckt, war statt eines Tannenbaumes aufgestellt; wir standen kompagnieweise ringsherum, und so hielt Herr Feldprediger Schmidt die

Deutsche Reiter in Südwest. Ib