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Leutnant Exner bei Hartebeestmund. 24. Oktober 1905.
van Semmern, begleitete, bei Tsamab zu vereinigen und dann dem Gegner gemeinsam nachzusetzen.
Dieses Detachement bestand aus der 2. Kompagnie des 1. Regiments, 9. Kompagnie — von Koppy — des 2. Regiments und einem Zug Gebirgsartillerie — Oberleutnant Barack. Mit größter Eile wurde nun die Verfolgung fortgesetzt; denn es galt, den beabsichtigten Schlag wegen der drohenden Verpflegungsnot bald zu führen. Ein Vorstoß bis Beenbreck am Oranje zeigte aber, daß der Gegner doch schneller gewesen war, als wir gehofft hatten. Wir kehrten nach Udabis, der nächsten Wasserstelle auf der Hochfläche, zurück, mußten aber viele Tiere auf der Pad wegen Überanstrengung zurücklassen und sie dem Tode des Verhungerns und Ver- durstens preisgeben. Bei dieser ebenfalls völlig zerstörten Farm trafen wir mit dem Detachement Siebert zusammen, das an der Ostgrenze entlang nach Süden marschiert war.
Es war nun bereits der 18. Oktober, der letzte Tag, für den wir noch Verpflegung hatten. Aber trotzdem konnten wir unsere braunen Gegner, die kurz vorher die Station Jerusalem überfallen hatten, wobei Leutnant Surmann den Heldentod gefunden hatte, nicht zur Ruhe kommen lassen, wußten wir doch, daß sie ihre Werften bei Hartebeestmund auf englisches Gebiet bringen wollten.
Ein neuer Plan zur weiteren Verfolgung wurde geschmiedet, nach dem Detachement Siebert durch das Gebirge den Gegner von Norden her angreifen, Detachements von Koppy und d'Arrest am Oranjefluß entlang marschieren sollten. Der 22. Oktober sollte uns im gemeinsamen Angriff in der Gegend von Hartebeestmund wieder vereinigen. Die Verfolgung wurde gleich ins Werk gesetzt. Die Mitnahme einiger Ochsen sollte uns über die Schwierigkeit der Verpflegung hinweghelfen. Am 20. Oktober wurden bei Velloor Wagen und Reittiere unter Bedeckung zurückgelassen und der Marsch zu Fuß angetreten. Es ging, so schnell es das