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„Dieses warschvnvcr dritte, der sein Leben ausgebaucht batte!"
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herumliefen, wo waren denn ihre Reiter? — „Wir können unmöglich zurück!" hörte ich sagen. — Warum kam aber kein Kommando? „Ich bin getroffen," ruft laut der Gefreite Damering, er lag rechts von mir; „grüßt mir Vater und Mutter!" dann war es still, nur das schnelle Feuer des Gegners schien immer heftiger zu werden. — „Herr Unteroffizier, wir müssen liegen bleiben und uns wehren!" riefen mir der Gefreite Gooth und noch andere zu. — Gut, wir bleiben liegen. Die Pferde, die wir noch immer am Zügel hatten, brachen eins nach dem andern zusammen. Das war unser Glück, denn wir fanden eine gute Deckung hinter ihren Körpern. Einen richtigen Überblick über die Situation hatte ich nicht. Ich sah nur neun Mann, drei rechts und sechs links von mir. Was hinter uns lag, sah ich nicht, nur ab und zu kamen feindliche Schüsse von hinten, ein Zeichen, daß der Rest, den ich nicht sehen konnte, den andern Halbkreis bildete. Über die Frechheit des Gegners waren wir nicht wenig verwundert. Bis auf zehn Schritt lagen die Hottentotten vor uns, aber sehen konnte ich keinen. Da ich wußte, daß die Hottentotten nicht stürmen würden, rief ich sehr oft: „Langsamer feuern!" Wir mußten mit unsern 120 Patronen haushalten und erst, wenn unsere letzte Patrone verschossen war, galten wir für verloren. Es wurde Mittag, die Hottentotten feuerten lustig weiter, ohne daß wir bis dahin weitere Verluste gehabt hätten. Jetzt vernahmen wir auf feindlicher Seite deutsche Kommandos. Sollten wir mit unserer eigenen Truppe in Gefecht liegen? Der Gefreite Schönewergk rief daher auch laut herüber: „Seid ihr Landsleute?" Lautes Gelächter war die Antwort von drüben. „Dütschmann, hast du noch viel Patronen?" rief laut ein Hottentott herüber. Dies ermähnte uns wieder zum Sparen! Reiter Msyk frug: „Herr Unteroffizier, kann ich dem Gefreiten Damering die Patronen abnehmen?" — „Gewiß," sagte ich, „aber vorsichtig, richten Sie sich nicht auf!" Auch das Gewehr nahm Msyk ihm dann ab. Um 3 Uhr fragte ich den Reiter Reupke,
Deutsche Reiter in Südwest. tb