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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Helm wird durch Oberleutnant z. S. Schneider verbunden.

auf der holprigen Fahrt noch furchtbar aushalten mußten, verband. 15 Tote und zwei Ver­mißte waren zurückgeblieben, von letzteren wurde einer später noch tot aufgefunden.

Als man uns in Kofis abgeladen hatte, war mit einem Male auch die Leiche von Leutnant Fürbringer da. Einige seiner Getreuesten hatten ihren tapferen, geliebten Leutnant ohne Wissen der anderen unter den größten Mühen mittransportiert, um ihn in Kofis begraben zu können. Sein Freund, Oberleutnant z. S. Schneider, hat später das Grab photographiert.

Als man nach dem Kampfplätze zurückkehrte, um die Toten zu bestatten, fand man sie völlig entkleidet vor, mit eingedrückten Gesichtern. Die schwarzen Ungeheuer hatten die Leichen ihrer sämtlichen Kleidung beraubt und dann noch auf genannte Weise geschändet, mit Ausnahme von Hauptmann Kirchner, dem sie auch seine Uniform gelassen hatten, weil sie vollständig mit Blut durchtränkt war. Seine Leute bereiteten ihrem Hauptmaun pietätvoll ein Grab. Möge unseren Tapferen die Erde dort drüben leicht sein!

Am 30. April wurde vom Lazarett in Kofis nach Keetmannshoop aufgebrochen. Hier war auch Oberst Deimling eingetroffen, der die Verwundeten mit herzlichen Worten be­dauerte, sich nach jedem einzelnen erkundigte und ihnen gute Besserung wünschte.

Nach 14tägiger Verpflegung in Keetmannshoop wurden wir nach Lüderitzbucht transportiert, wo wir mit anderen Transporten am 27. Juni aufHans Woermann" ein­geschifft wurden. Die Ankunft in Hamburg erfolgte am 24. Juli.

Dank der Fürsorge des Reiches wurden wir nach der Entlassung aus dem Lazarett zur völligen Genesung in Bäder geschickt, und ich erhielt das Militärehrenzeichen 2. Klasse.

Unser fernerer Lebensweg möge sich nach den ausgestandenen Strapazen so glücklich gestalten, daß wir nach langen Jahren noch erzählen können, wie wir einst freiwillig für das Vaterland in den Kampf zogen und die jungen Krieger ermähnen dürfen zu Vaterlandsliebe und Königstreue.

Paul Helm,

ehein. Reiter d. Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

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