161
Patrouille gefunden hatte und sich nun durch Bewachung des Nordrands den bisher für ge
sichert gehabenen Rücken deckte. Deshalb war die
„Unter Führung des Leutnants Kaufmann begann dann der mühsame Ausstieg."
-E
Kompagnie am Tage in der Ebene vorbci- maschiert, als ob sie weiter nach Oma- ruru wollte und suchte nun durch Lagerfeuer ihre Harmlosigkeit zu bestätigen.
Sobald es aber völlig dunkel geworden war, wurde eine Abteilung unter Unteroffizier Krause bei Pferden und Lagerfeuer zurückgelassen und zu Fuß der Rückweg nach Okosongominja angetreten. Doch der Erfolg sollte nicht ausbleiben.
II.
Nächtlicher Aufstieg und erfolgreicher Überfall der Werft.
Unter Führung des Leutnants Kaufmann begann dann der mühsame Aufstieg, langsam, in lautloser Stille, Schritt für Schritt. Als nach mehreren Stunden der Steilrand erreicht war, wurde von den an Wurzeln und Steinen sich klammernden Reitern Atem geschöpft. Dem rückwärts über die Tiefe gewandten Blick enthüllte sich ein Bild von ergreifender Schönheit. Gegen den tiefblauen Nachthimmel hoben sich die scharfen Kanten des mächtigen Tafelbergs von Omuweroumue ab, zu dessen Füßen die dunkleren Farben des Waldes durcheinanderwogten. Kein Laut drang durch die Stille, kein lebendes Wesen verriet sich in der unermeßlich weiten Landschaft. Nur ganz fern, am Westrand des Waterbergs, über steilem Absturz, flackerte das einsame Feuer eines in diese Höhe geflüchteten Eingeborenen.
Der schwierigste Teil, die Überwindung des Steilrands, stand noch bevor; denn ein einziger Herero, am oberen Rande lauernd,konnte dasAufklimmenimKaminund damit den Vorteil der Überraschung vereiteln.
Als daher einem nach dem andern das mühsame Werk gelungen war, und eine lautlose Zählung oben ergeben hatte, daß keiner fehlte, konnte man erleichtert aufatmen; denn nun war so viel gewiß, daß die Patrouille damals unbemerkt geblieben, daß der Feind sorglos war wie bisher.
22
Deutsche Reiter in Südwest.