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den Hottentotten auf die Spur und kamen mit denselben am 30. August 1906, 8 Uhr morgens, zum Gefecht bei Sperlingspütz-Süd. Nach fünfstündigem Gefecht zerstreute sich die Bande nach allen Himmelsrichtungen, daß eine weitere Verfolgung aufgegeben werden mußte.
Am 20. September bekam unsere Kompagnie den Befehl nach Warmbad hin. Am 10. Oktober wurde ich nach ärztlicher Untersuchung als Heimatsbedürftiger nach der Heimat gesandt.
Franz Szameitat,
Gefreiter der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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Zuviel und zuwenig Wasser!
Marsch der 1. Funkenstation.
Am 19. Dezember 1905 waren wir von Hasnur an der Ostgrenze abmarschiert und bis zum 26. Dezember 1905 nach Witpan gekommen. Am Nachmittag des 26. Dezember 1905 marschierten wir um 6 Uhr in südlicher Richtung auf Dawignab, das Ziel unserer Reise. 8,30 Uhr abends wurde eine Stunde gerastet, zum Verschnaufen der Tiere, und um das Abendbrot zu bereiten. Dann wurde weitermarschiert. Ich zog mit den mit Ochsen bespannten Karren und einigen Reitern voraus. Herr Oberleutnant Klotz blieb mit den Maultierkarren und den übrigen Reitern noch eine Zeitlang in der Weide liegen. Festgesetzt war die Marschzeit bis 1 Uhr nachts, mußte aber um 12 Uhr mitternachts abgebrochen werden, weil es bei einer kolossalen Finsternis wie mit Gießkannen vom Himmel goß, und ein furchtbares Gewitter tobte. Wir waren trotz unserer Zeltbahnen bis auf die Haut durchnäßt. Jeder wickelte sich nun in den vom Sattel trocken gebliebenen Woilach und schlief einige Stunden. Am 27. Dezember 1905, früh um 2 Uhr, kamen die Maultierkarren an; um 5 Uhr brach die ganze Kolonne auf und marschierte bis 7 Uhr morgens. Die Sonne brannte nach dem Gewitterregen furchtbar heiß, und der Durst machte sich bei uns wie bei den Tieren bemerkbar; darum wurde bei einer Regenpfütze haltgemacht. Die Tiere wurden zum Tränken in das Wasser hineingejagt; denn mit dem Futterbeutel zu tränken, war zuwenig Wasser vorhanden. Nachdem die Tiere sich satt gesoffen hatten, verblieb für uns nur wenig Wasser; wir machten mit Eßlöffeln kleine Löcher, damit es sich in diesen sammeln sollte. Der mit diesem Wasser gekochte Reis und Kaffee sah aus wie Schokolade, so lehmig war es. 7 Uhr abends langten wir bei der Farm Koichas an, die Brunnen hatte; jedoch konnten wir dieses Wasser nicht benutzen, da es fürchterlich von verwesten Tieren stank, die da drin lagen, und so mußten wir, ohne unsere Wasserbehälter zu füllen, weitermarschieren. 10 Uhr abends merkten wir, daß wir uns aus falscher Pad befanden, da sie andauernd westlich führte und wir, um Dawignab zu erreichen, südlich mußten. Es wurde gehalten, und der Morgen abgewartet. Der Oberleutnant sandte eine Eingeborenenpatrouille fort, um die Pad zu suchen; ergebnislos. Die Pad, auf der wir uns befanden, führt nach Kais; wir durften aber nicht über Kais marschieren, da dort starke Hottentottenbanden gemeldet waren, und so marschierten wir in südöstlicher Richtung querfeldein, mußten demnach auf die Pad nach Dawignab stoßen. Um 8 Uhr vormittags mußte wegen der starken Hitze ausgespannt werden. Der Durst quälte uns und die Tiere sehr. Wir machten uns daher auf die Suche nach Regenwasser, allen voran unser Herr Oberleutnant Klotz. Nach vielem Umhersuchen fanden wir denn auch einige kleine Regenpfützen. Wenn sie auch nicht mehr so wasserreich waren, wie die gestrige, so war unsere Freude doch groß. Zuerst bekamen die Tiere etwas, und den kleinen Rest behielten wir für uns, um wenigstens den