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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Hu»» Melier.

Richtung Haibrivier. In diesem Gefecht, bei Uhabis, fiel der kühn voranstürmende Oberleutnant Barlach, der zu einem Reiter, der rechts von ihm lag, sagte:Komm, laß uns die Stellung wechseln!" Kaum hatten sie diese gewechselt, bekam er einen Kopf- und Herzschuß; außerdem sind noch drei Reiter verwundet (am 23. Juli 1906. D. H.). Nachtquartier hatten wir mit trockener Kehle auf dem Gesichtsfelde, weil Wasser in der Umgegend nicht vorhanden war.

Am 31. Juli morgens brachen wir auf, die Berge weiter zu durchstöbern, und gelangten abends an den Oranjefluß, wo wir einen Tag Rast hielten. Nun bekam unsere Abteilung den Befehl, den Oranje zu besetzen. Unsere Kompagnie hatte die Strecke Aub, Henkries und Nohasebmund zu

patrouillieren, wo uns die Pferde zum Patrouillen- reiten von Ramans- drift gestellt wurden. Am 29. August erhielt ich mit drei Reitern von meiner Kompagnie, Rakowski, Meyer und Liske, den Auftrag, nach Aub Pa­trouille zu reiten, wo wir einen Berg, der an den Oranjefluß stößt, pas­sierten, auf welchem sich derartig große Klippen befanden, daß ein Durch­reiten unmöglich war. Nur ein mühsames Durchziehen

der Pferde gelang. Abends in der Dunkelheit trafen wir in Aub am Oranje ein. Kaum hatten wir die Pferde abgesattelt, kam ein schwarzer Herervjunge, der fast atemlos war und hinfiel, ins Lager gelaufen.

Wir fragten ihn, was er vor habe, ob er Orlog machen wolle. Er gab uns zur Antwort:Nee Meester, ick nich Orlogs- mann sin, ick Hauptmann von Bentivegni sien Fritz Liste. Hermann Rakawsli.

Bambus bin, ick hab

hartlopp (weggelaufen) gemacht von Hottentotten!"

Nun fragten wir ihn, wo denn die Hottentotten stecken. Er zeigte auf den Berg. Wir sind so dicht an ihnen vorbeigeritten, daß sie uns gut gesehen haben, sie haben uns aber nicht angeschossen, weil sie am Oranjefluß tränken wollten. Der Junge war bei Hauptmann von Bentivegni als Bambuse gewesen, wurde in einem Gefecht von den Hotten­totten erhäscht und als Viehtreiber benutzt. Er ist von den Hottentotten weggelaufen, weil er schon deutsch gewöhnt war, und sagte:Dütschmann moi Kost (gutes Essen), Hotten­totten Dongki Kost!" (Eselfutter). Nun wurde es dem Haupt­mann Anders gemeldet, der zur Zeit Abteilungsführer war. Derselbe gab Befehl, ein Geschütz mit der 10., 11. und 12. Kom­pagnie bereitzumachen, und wir begaben uns 10 Uhr abends

Gefreiter Franz Szameitat.