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... > er zuckte zusammen, und ich sah, datz an der rechten Schläfe Blut herauskam.
„Du, nimm auch mal deinen Hut ab!"
Die Bande des Johannes Christian machte im Oktober 1906 die Umgegend von Bisseport an der Grenze unsicher.
Die 3. Kompagnie 2. Regiments, bei der ich schon seit den Maitagen stand und mit der ich die Verfolgungen der Viehräuber bis zum Oranje unter Oberleutnant Barlach, der am 23. Juli bei Gams siel, mitgemacht hatte — also die 3. Kompagnie, unter Oberleutnant Müller von Berneck, hatte Befehl, dem Treiben Christians ein Ende zu machen. Zwischen Klippdamm und Koichas war der Feind gemeldet, und dahin ritten wir am 12. Oktober 1906. Um 4 Uhr brachen wir von Lifdood auf und waren um 9 Uhr in den Dünen hinter Koichas bei Sandpütz, wo auch eine Bley liegt. Ich ritt mit Herrn Leutnant Stadler vorn als Spitze zur Aufklärung mit zwölf Mann. Auf einmal fiel rechts von uns ein Schuß und gleich darauf eine Salve von den Schwarzen; denn rechts von uns zog sich eine Sanddüne hin, und die hatte die Bande besetzt. Von unserer rechten Seitenpatrouille wurde Reiter Uszkoreit vom Gaul heruntergeschossen. Wir sprengten bis auf 80 Meter drauf los, dann herunter von den Pferden und krochen auf dem Bauche vor. Nur 10 bis 18 Meter vom Feinde weg lagen wir jetzt, ich als zweiter Mann am linken Flügel — links von mir lag nur noch mein Kamerad Petzold, ein Schlesier. Wir hörten die Schwarzen sprechen, sahen aber keinen; denn die hatten gute Deckung. Es Pfiffen uns nur ihre Kugeln um die Ohren, und eine furchtbare Hitze war über Mittag. Man konnte sich nicht bewegen, um aus der Feldflasche einen Labetrunk zu nehmen. Mein Kamerad Petzold meinte: „Du, nimm auch mal deinen Hut ab!" Wie er das gesagt hatte, zuckte er zusammen, und ich sah, daß an der rechten Schläfe Blut herauskam. Ich nahm ihn beim Fuß, zog ihn aus der Schützenlinie und rief meinem Zugführer zu, daß Petzold schwer verwundet sei; aber er war gleich tot.
Teutsche Reiter in Südwest. b3