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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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für sich bilden. Ich will nur hervorheben, daß jeder, so abgespannt er auch nach den durch­gemachten Strapazen war, seine letzten Kräfte hingab, um uns Verwundete auf provisorischen Krankenbahren zur Wasserstelle zu bringen.

Mein Kamerad Schaar erhielt für seine Pflichttreue das preußische Militärehren­zeichen 2. Klasse.

Ich nehme gleichzeitig Gelegenheit, Teilnehmer an der Andreas-Expedition, die diese Zeilen lesen, kameradschaftlich zu grüßen.

E. Klepsch,

Sergeant der Halbinvaliden-Abteilung des XII. Armeekorps, z. Zt. Festung Königsteiu.

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Ausklänmgspatrouille gegen die Witboois.

29. November bis 3. Dezember 1904.

Die Patrouille unter Oberleutnant Kirsten und Müller von Berneck hatte Narib von. Feinde besetzt gefunden. Oberst Deimling beschloß nun, eine neue Patrouille unter dem

Kommando des Leutnants von der Marwitz, ehe­maligen 18. Dragoner, in derselben Richtung zu schicken, um die Fühlung mit dem Feinde zu behalten. Er ließ durch den Oberleutnant Kirsten bei mir an­fragen, ob ich die Patrouille begleiten wollte, was ich selbstverständlich schon aus dem Grunde nicht ablehnte, um die Gegend behufs Aufstellung meiner Heliographen zu erkunden. Nachdem ich auf der Signalstation in Kub noch alles in Ordnung ge­bracht und für einen eventuellen Angriff und Vor­marsch, falls ich bis dahin nicht zurückgekehrt wäre, meine Befehle gegeben hatte, traten wir am 29. abends 6 Uhr mit 20 von Leutnant von der Marwitz aus allen Abteilungen zusammengestellten Reitern unsern Patronillenritt an, der leider für Leutnant von der Marwitz wie für mich der letzte in Deutsch-Südwestafrika sein sollte. Oberst Deimling entließ uns selbst, indem er uns noch einmal bei der Gefährlichkeit der Lage dringende Vorsicht anempfahl.

Am nächsten Morgen kamen wir in die Nähe der Wasserstelle Narib, beobachteten sie bei Tagesgrauen von einer kleinen vorgelagerten Höhe aus, fanden sie nunmehr vom Feinde frei und besetzten sie unserseits. Den die Patrouille begleitenden Bastard schickten wir mit diesbezüglicher Meldung um 3 Uhr nachmittags zu Oberst Deimling zurück, während um dieselbe Zeit die Patrouille in südöstlicher Richtung auf die Farm Dabib vorrückte. Auch diese Wasserstelle war am Morgen des 1. Dezember vom Feinde frei. Frische Spuren aller­dings bewiesen uns sowohl hier als auch in Narib, daß beide Plätze erst kürzlich vom Gegner verlassen sein konnten. Eine Witbooipatrouille, die wir auf dem Marsche zwischen Narib und Dabib in der Ferne gesehen hatten, hatte sich eiligst zurückgezogen.

Auf unsere durch den Bastard an Oberst Deimling gelangte Meldung hin hatte uns dieser eine Patrouille unter dein Oberleutnant Kirsten nachgesandt mit der Nachricht, daß ein Angriff des Feindes auf Hoachanas von der 7. Kompagnie abgeschlagen sei, der Feind

vim BurgSvurff 1-. Tistriktshauptmann von Gibeon.