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Heereswesen : (Gruppe XVI) ; Heeresbekleidungs- und Ausrüstungswesen ; (Gruppe XVI, Section 1, a) ; Bericht ; Das Heeres-Verpflegungswesen : (Gruppe XVI, Section 1, b) ; Bericht / von Carl Mayer, k.k. Hauptmann des Monturdepot Nr. 4 ; von Alexander Poppović, k.k. Militär-Unter-Intendant
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Das Heeres- Verpflegswefen.

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Nebenbei wird verzeichnet, dafs in der Bäckerei des genannten Ausftellers eine Teig Theilungsmafchine in Thätigkeit ift, welche Stücke in gleiche Theile für die Weifsbäckerei theilt und das Auswägen erfpart.

Diefe Mafchine ift nur für ganz trockenė Teige und nur für Theilung in kleine Stücke, etwa bei der Fabrication des Zwiebackes in 14pfündigen Flecken, nicht aber für die gelinderen Teige aus Roggenmehl für Brot geeignet.

Uebrigens hängt es von einer Erprobung ab, bei welcher auch wahr­zunehmen wäre, ob diefe Mafchine auch genau theilt und nicht der Willkür der Arbeiter einen Spielraum überläfst.

Das Modell

des Röhrenbackofens

mit Hochdruck­

Wafferheizung der Herren W. A. F. Wieghorft& Sohn.

Diefer Ofen zog die Aufmerkfamkeit wegen feiner befonderen Con­ftruction auf fich, aufserdem durch den Umftand, dais nach erhaltener Mittheilung davon fchon über 300 Oefen theils bereits aufgeftellt ftehen, theils projectirt find. Aufser Deutfchland, wo fie namentlich in den Militärbäckereien eingeführt wurden, fanden diefe Oefen in Rufsland, Belgien, Italien, England, Dänemark, Schweiz, auch in Oefterreich( Teplitz, Zbirow und Eger) bereits Eingang.

Der Ofen hat die gewöhnliche Form. In dem inneren Raume find dreifsig untere und dreifsig obere, zum Theil mit Waffer gefüllte, an beiden Enden gut gefchweifste Röhren eingezogen, welche frei vom Herd, beziehungsweife vom Gewölbe, abftehen.

Zwifchen den beiden Röhrenfchichten liegt eine bewegliche Backplatte, welche auf der innen angebrachten und auf der Stirnfeite in den Backküchen­Raum verlängerten Eifenbahn hinein und herausgefchoben werden kann.

Die Beheizung gefchieht von rückwärts.

Die Vortheile, die diefer Ofen bietet, find, dafs Staub, Afche und Rauch in den Backraum nicht dringen, dafs der Teig aus freier Hand auf die Backplatte aufgelegt werden kann, dadurch aber der Flächenraum ohne Anfchufs, der Laibe beffer ausgenützt und der Aufwand für das Leuchtfeuer beim Mundloch, für Ofenfchieber, Krücken und Stangen erfpart wird, dafs durch die continuirliche He zung die Backungen ohne grofse Intervallen auf einander folgen können, daher eine fehr hohe Ergiebigkeit( 18 bis 20 Backungen in 24 Stunden an Brot im Teige zu 58 Loth Wiener Gewicht) erzielt werden kann, dafs fchliefslich jedes Brennmateriale zur Beheizung benützbar ift.

Ein folcher Ofen kommt, ausgenommen die etwa nöthige Fundamentirung und der Schornftein( gewöhnlicher Küchenfchornftein), auf 1500 Thaler, nach Umftänden vielleicht auf weniger zu ftehen.

Nähere Details und Zeichnung hat fich der Ausfteller vorbehalten.

Das Modell eines Backofens von Herrn Carl Egle Dürnholz. Diefes zeigt einen Ofen aus Ziegeln, gebaut zur Beheizung vom Mundloche im Backraume.

Derfelbe mag feine Vorzüge haben, es dürfte jedoch die Militärverwaltung darauf nicht reflectiren, weil die Oefen mit der Beheizung von Aufsen erwünſchter find, und weil anderfeits der ausgeftellte Ofen auch für die Verwendung im Felde ob feiner mit Zügen unter der Herdfohle complicirter und nicht begreiflicher Bauart und wegen der Menge an erforderlichem Baumaterial nicht praktiſch

erfcheint.

Das Modell des Herrn Enrico Manzoni aus Rom zeigte einen aus feuerfeftem Material gebauten zweietagigen Ofen.

Die Beheizung ift continuirlich, gefchieht in der Mitte der Langfeite unter der Sohle der erften Etage, und kann ebenfo gut mit Holz als mit Kohle gefchehen.

Aus der Heizkammer rückwärts führen nach der linken und rechten Hälfte des Ofens Füchfe( Canäle), durch welche die Feuergafe in die ganz um den Ofen circulirenden Züge geleitet werden und in einem Rauchfange ausmünden.

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