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Guftav Semrad und Johann Sterbenz.
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gehaltenen Eifenfchienen e verbunden. Die Hebevorrichtung befteht aus der zwifchen den vorderen Wandtheilen in einer Traverfenmutter fteckenden Schraubenfpindel f und aus zwei conformen Schraubenfpindel- Mechanismen welche in den Ecken der rechteckigen, bis nahe an die Räder gehenden Aus nehmung der eifernen Hinterachfe angebracht find. Die vordere Spindel ift unter mit einem Kopfe verfehen, in welchem die Enden einer ftarken Bandkette mit einem lofen Bolzen befeftigt find.
Zum Bewegen der Spindel dient ein vierarmiger Hafpel, welcher auf das prismatifche obere Ende derfelben aufgefteckt wird. Die rückwärtigen Spindel mechanismen beftehen im Wefentlichen aus je zwei in der Längenrichtung de Achfe auf ein gewiffes Mafs auseinander geftellten Schraubenfpindeln, die in einem im Schlitze der Achfe angebrachten, mit Muttergewinden verfehenen Stöckel en gefetzt find. Jede diefer beiden verticalen Spindeln ift mit einem Schneckenrade verfehen, welches mittelft einer dazwifchen gelagerten Schneckenfchraube, an deren Enden kleine Spillenrädchen aufgefteckt find, in Drehung verfetzt wird, wobei die beiden Spindeln, deren untere Enden durch eine ftarke Traverfe ver bunden find, gleichmäfsig fteigen oder niedergehen. Starke Bolzen, welche die Spindeltraverfen durchfetzen, dienen als Träger einer eifernen Bandkette, mit welcher das zu transportirende Gefchützrohr unterfangen und geho ben wird.
Die nach Thonet'fchem Syftem conftruirten hölzernen Räder haben 3 Meter im Durchmeffer, 20 Speichen und zehn 27 Centimeter breite, 215 Centimeter dicke mit einem gefchloffenen eifernen Radreife umfpannte Felgen, welche an den Zufammenftofsungs- Flächen durch breite Blechklammern und Schraubenbolzen feft verbunden find. Die Naben find aus Bronce gegoffen. Der äufsere Nabendurch meffer beträgt 80 Centimeter. Zum Mäfsigen der Bewegung beim Bergabfahren wie zum Einftellen derfelben dient eine mittelft eines Gelenkhebels zu regulirende Bremfe, deren hölzerne Backen an der, die Lappen der beiden Tragwände durchfetzenden Bremswelle befeftigt find.
Der rückwärtige Theil der Tragwände ift bis zur Achfe mit Breten bedeckt. Auf dem vorderen Ende der Wände über dem Kugellager- Stöckel if ein Kutfchbock angebracht. An der Sprengwage können vier Pferde eingefpannt werden, da jeder der vier Achsmitnehmer mit einem eifernen Zugdrittel verfehen Die Geleisweite des Hintergeftelles beträgt 25 Meter, jene des Vorder geftelles dagegen nur 2.1 Meter.
ift.
Schweden. Kriegsminifterium. Die fchwediſche Artillerie, welche im Jahre 1864 mit gezogenen Vorderladungskanonen ausgerüftet wurde, behiel damals das in den dreifsiger Jahren von dem Artilleriegeneral v. Wrede con ftruirte Fuhrwerks- Syftem bei, welches zu jener Zeit vielleicht zu den beften in Europa zählen mochte, heute aber, wo eine gröfsere Beweglichkeit von der Feld artillerie gefordert wird, nicht mehr entspricht Die Erleichterung des Materials wurde daher, fowie die Erhöhung des balliftifchen Effectes der Rohre zur Noth wendigkeit; die Erkenntnifs deffen gab nun den Impuls zur Conftruction eines neuen Fuhrwerks- Syftems und zur Einführung fchwererer Gefchoffe, und wir fanden in der Ausstellung bereits ein auf Laffetirung, Munitions- und Schmied fuhrwerk fich erftreckendes, in allen Details durchgearbeitetes neues Syftem vor, welches, infoweit es das eigentliche Gefchützrohr und die Laffete betrifft, fchon vollſtändig experimentirt ift und auch eingeführt werden wird Bei demfelben hatte man fich für die Verwendung des Eifens zum Bau der Fuhr werke in dem zuläffig ausgedehnteften Mafse entfchieden.
Wir müffen gleich von vorneherein bemerken, dafs die neue Conception den betreffenden Conftructeuren alle Ehre macht, indem fie aufser Zweifel ftellt, dafs letztere den neueften Erfahrungen der Artillerietechnik volle Rechnung trugen. Sie haben, den fpeciellen Verhältniffen ihres Landes fich anfchmiegend