Dokument 
Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen

78

Guftav Semrad und Johann Sterbenz.

Verfteifungen des Rahmens bilden. Die Räder n fitzen auf einer die Laffeten­wände durchfetzenden Welle auf und haben angegoffene Zahnrad- Kränze o, in welche Triebräder eingreifen, deren gemeinfchaftliche Welle in excentrifchen Lagern eingelegt ift. Letztere Welle q trägt aufserhalb der Laffete die Zahn­räder r, in welche Triebräder s eingreifen, die mittelft Kurbeln bewegt werden können. Von den beiden Rollenpaaren, welche die Laffete befitzt und auf welchen fie beim Vorwärtsbewegen ruht, ift das rückwärtige auf einer excentrifchen Welle aufgebracht und mit Hebeln verfehen, die durch Leitftangent mit den auf der excentrifchen Welle u befindlichen Armen beweglich befeftigt find. Wird nun der Hebel gänzlich niedergedrückt, fo ftellt fich die Laffete auf die Rollen, gleich­zeitig treten auch die Triebräder p mit den Zahnkränzen o der Stirnräder n in Eingriff, worauf die Laffete mittelft der Kurbeln auf dem Rahmen fehr leicht bewegt werden kann.

Beim Aufziehen der rückwärtigen Rollen treten die Triebräder und Zahn­kränze wieder aufser Eingriff. Um das Auffpringen der Laffete zu verhindern, find vorne und rückwärts Klemmftücke angebracht, welche ein verticales Spiel erlauben, das hinreicht, die Laffete auf die Rollen zu heben.

Der Elevationsapparat befteht aus zwei geraden ftählernen, cylindrifch abgedrehten Zahnftangen, welche in Nuthen bewegliche Kopflager befitzen, in denen die Zapfen des Rohr- Bodenringes gelagert find. Mit den Zahnftangen ftehen durch Handfpeichen drehbare Zahnräder in Eingriff. Durch eine Drehung um 120 Grad der auf den Bolzen der Triebräder aufgefchraubten Bremskurbeln können die Zahnftangen in jeder beliebigen Stellung erhalten werden.

Für das Seitswärtsbewegen der Laffete find an den hinteren Rollen Zahn­fegmente angebracht, welche in andere, auf einer durchgehenden Welle aufge­brachte, mit Hülfen verfehene Segmente eingreifen.

Nachfolgend geben wir die wichtigſten zur Beurtheilung des Syftems noth­wendigen Daten:

Länge des ganzen Rohres

der Seele

3251 Millimeter,

2819

Gröfster Durchmeffer des Hinterftückes 622 Aeufserer Durchmeffer an der Mündung 304

Kaliber

Dralllänge

"

177.8

"

45 Kaliber,

Rohrgewicht

Projectilgewicht

Normalladung

Anfangsgefchwindigkeit Länge der Laffete

Breite

"

Gewicht,

"

Maximal Elevation.

29

Depreffion

Länge des Rahmens

Breite

"

Neigung,

Zuläffiger Rücklauf

Gewicht des Rahmens

Gefammtgewicht des Gefchützes

5100 Kilogramm,

52

IO

430 Meter, I'24

0.91"

99

1116 Kilogramm, 12.5 Grad,

6

"

3.66 Meter,

"

0.91 1.5 Grad, 1.60 Meter,

1634 Kilogramm,

7840

"

Vavaffeur fchreibt feiner Rohrconftruction mehrere Vortheile gegenüber den anderen Vorderladungs- Syftemen zu, und zwar:

Gröfsere Widerftandsfähigkeit der Kernröhre, die nicht durch Züge gefchwächt, fondern durch die Rippen eher verſtärkt ift.