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Genie- und Pionnierwesen : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht ; Militär-Unterrichtswesen : (Gruppe XVI, Section 5) ; Bericht / von Moriz Brunner ; Johann Lauer ; Emerich Zinner
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Emerich Zinner.

dafs man ihn für vollkommen eben anfehen kann, und deffen Oberfläche aus feftem, gewachienen Boden befteht, fonach keinerlei oder nur weniger Herrich­tungen bedarf, ift ficher nicht nur nicht an jedem beliebigen Punkte, fondern nur äufserft felten, nur als eine Ausnahme von gewöhnlichen Bodenverhältniffen vorzufinden. Ob aber da, wo diefs vielleicht der Fall wäre, die Localität gerade mit einem ftrategifch oder taktifch wichtigen Punkte zufammenfällt, wäre zu bezweifeln, ja es liegt in der Natur der Sache, dafs diefes zufällige Zufammentreffen kaum ftattfinden wird.

Hat man ferner erwogen, was das heifst, das Oberbau- Materiale von ungefähr 34 öfterreichifchen Meilen( genau 2947 3/4 Klafter) Länge- fo viel beträgt nämlich die Schienenftrang- Ausdehnung der ganzen Glorine auf den Verwendungsplatz zu transportiren? Was gehören zu einer folchen Maffe von Materiale für Transport­mittel? Wie viele Hände, diefes fchnellftens auf- und abzuladen? Zudem darf man nicht vergeffen, dafs das eiferne Oberbau- Material nach dem Syftem Köftlin und Battig, welches, wie fchon gefagt, allein nur für die fogleiche Bahnlegung auf gewachfenem Boden anwendbar ift, fchwer vorzufinden fein wird, indem es bisher noch fehr wenig Eingang in die Praxis gefunden hat, und alle jetzt befte­henden Bahnen faft durchgängig andere Oberbau- Syfteme befitzen.

Nach diefen Für und Wider über die Glorine tritt an uns nun die Frage heran, was ift zu thun, um aus der an und für fich guten Idee dennoch Nutzen zu fchöpfen? Die Antwort ift fehr einfach. Man verfehe wichtigere Feftungen, grofse Waffenplätze, wichtige ftrategiſche Punkte, fowie gröfsere Eifenbahn- Knoten punkte fchon im Frieden, alfo mit ftabilen Glorinen, falls die dafelbft beſtehenden Eifenbahnen nicht ohnehin genug Rangirgeleife befitzen, welche grofsartige Maffentransporte erlauben; man halte ferner für die Errichtung mobiler Glorinen an geeigneten und eigens hergerichteten Punkten die dazu erforderlichen Materialien ftets, alfo auch fchon in Friedenszeiten, in Bereit fchaft, und ftelle diefe zeitweife den Feldeifenbahn- Abtheilun gen zur Verfügung, damit fie fich mit dem Legen und Abreifsen gehörig vertraut machen können. Selbſtverſtändlich müfste auch jeder folchen Garnitur einer mobilen Glorine eine grofse Zahl von transportablen, im Frieden deponirten Verlade Rampen beigegeben fein, welche das Ein- und Aus­parkiren nicht nur an den Längen- fondern auch an den Stirnfeiten der Waggons, wenigftens am Kopfe der Sturzgeleife erlauben, denn fonft wären die Vortheile der gleichzeitigen Maffen. Ein und Auswaggonirung im Bedarfs falle nicht entsprechend auszunützen.

Sollte aber ein Transport der Glorine auch in Feindesland für einen befonders günftigen, oben als Ausnahme bezeichneten Fall vortheilhaft erfcheinen dann müsste man natürlich auch hier auf den Transport zufammenfetzbarer Laderampen denken, da diefe nicht fo fchnell an Ort und Stelle erzeugt werden

können.

Der zweite Ausstellungs- Gegenftand, auf welchen wir noch unfere Aufmerkfamkeit zu lenken haben, ift der Univerfal Egalifator fammt den ftellbaren Abfehfcheiben von M. Pollitzer, gewefenem Ingenieur der k. k. privilegirten Staatseifenbahn- Gefellſchaft.

Beide Erfindungen, denn die ftellbaren Abfehfcheiben find auch ohne den Egalifator zu gebrauchen find ganz neu.

Deren praktifchen Werth feftzuftellen, mufs fomit erft fpäteren Proben überlaffen werden, doch kann man ihnen jetzt fchon eine günftige Verwerthung durchaus nicht abfprechen.

Der Univerfal- Egalifator hat den Zweck, gefunkene Bahngeleife zu heben, die hiedurch gehobenen Schwellen mit dem zunächft liegenden Bettungs­materiale zu unterftopfen, die ftattgehabte Senkung des Geleifes zu meffen und die Spurweite und Lage des Geleites in Bezug der Ueberhöhung zu prüfen. Der Apparat, welcher auf Rädern mit Spurkranzen einen ſtarken Rahmen trägt und