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Genie- und Pionnierwesen : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht ; Militär-Unterrichtswesen : (Gruppe XVI, Section 5) ; Bericht / von Moriz Brunner ; Johann Lauer ; Emerich Zinner
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Das Pionnierwefen.

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Theils um Wiederholungen zu vermeiden, theils um blofs den letzt erör­terten Gefichtspunkt feftzuhalten, darf fich fonach diefer Bericht nur mit dem ausgeftellten Feldtelegraphen Materiale felbft, und vornehmlich nur mit den Leitungen befaffen, während die übrige Ausftattung fowie die Apparate nur nebenbei berüht werden follen.

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Aber gerade von den Leitungen war im Allgemeinen nicht viel und nichts derartiges Neues geboten, welches fpeciell für militär- techniſche Zwecke aus­

zubeuten wäre.

Militärifcherfeits und in der Gruppe XVI( Heerwefen) felbft war nur ein einziger Staat und zwar

Schweden mit Feldtelegraphen Materiale vertreten, welches erft feit wenigen Jahren, nach den Angaben des Oberftlieutenants Nordlander, definitiv bei der fchwedifchen Armee zur Einführung gebracht worden ift.

Das Material und fämmtliches Zugehör für die elektrifchen Feld­telegraphen wird auf zweifpännigen Wägen transportirt, deren Conftruction in der Hauptfache mit den fchwedifchen Trofswägen übereinstimmt.

Zu einer Abtheilung gehören zwei Stationswägen, von denen jeder das Materiale für zwei Stationen enthält; dann zwei Stützenwägen mit je 150 Stützen und 20 Verlängerungsftangen; ferner zwei Materialwägen, jeder mit 30.000 Fufs( 28.172 Wiener Fufs) vierfach gedrehtem, galvanifirtem Eiſendraht und 6000 Fufs( 5635 Wiener Fufs) Kabel nebft den nöthigen Ifolatoren und Werkzeugen.

Von den Ausrüftungsgegenständen feien noch befonders hervorgehoben die vier Batterien a 10 Elemente, die vier Zeichenapparate nach Morfé, fowie Zelte mit Einrichtung. Die 350 Ifolatoren find alle gleich, klein und aus Guttapercha gefertigt; die complet bepackten Wägen werden für gewöhnlich mit wafferdichten Schutztüchern überdeckt.

Zu jeder folchen Feldtelegraphen- Abtheilung gehört noch ein Fourage­und ein Pack Wagen, die blofs für die Aufnahme des Proviantes, der Fourage und des Gepäckes beftimmt find.

In der Regel wird immer eine ganze Abtheilung zur Inftandfetzung einer Linie verwendet, wobei die Arbeit zur fchnelleren Beendigung von zwei Seiten in Angriff genommen wird. Die Abtheilung kann aber auch in zwei gleiche felbft­ftändige Theile getheilt werden, von denen jeder feine befondere Linie errichtet.

Die Stationen errichtet man gewöhnlich in Zelten. Die Drähte werden, wo es gefchehen kann, direct von den Wägen abgerollt, fonft tragen zwei Mann an Tragriemen die Drahtrollen. Die Stützenlöcher ftellt man mittelft eiferner Brech­ftangen her. Die Drähte werden direct in den Wägen auf die Rollen eingewunden, entweder mit Hilfe eines Wagenrades, welches durch einen einfachen Mechanis­mus die Drahtrolle in Bewegung fetzt, oder auch mittelft einer Auswechslungs­winde. Wäre die Rolle zu tragen, fo wird der Draht mit einer einfachen Hand­kurbel- Winde aufgerollt.

Zum optifchen Signalifiren wendet man am Tage Flaggen und während der Dunkelheit Laternen an; diefe letzteren können auch als Wagen­laternen benützt werden, find aber mit beweglichen Jaloufien verfehen, um das Licht nur nach Bedarf durchzulaffen.

Von diefem in den Hauptumrifien gefchilderten Feldtelegraphen- Materiale und Einrichtungen war ein complet bepackter Materialwagen ausgeftellt, von den Stationswagen aber wieder nur einzelne Gegenftände, to die Schreib­apparate und die dazu gehörigen Batterien vorgeführt.

Von dem erfteren gibt die umftehende Fig. 9 von links-, rück- und feit­wärts befehen, die befte Gefammtanficht und zeigt fo auch am deutlichften jene Einrichtung, welche zum Auf- und Abrollen des Drahtes auf dem Hinterwagen in