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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Marinewefen.

11 Einheit der geförderten Waaren oder Perfonen ungünftiger als bei einem per kleineren Schiffe.

Bezüglich der Zweckmäfsigkeit der Formen und Gröfsen der in den bei­liegenden Tafeln veranfchaulichten Schiffe dürfte aus dem bisher Gefagten auch dem Nichtfpecialiften ein vorläufiges Urtheil möglich fein, und werden die späteren diefsbezüglichen Erklärungen diefs noch erleichtern.

Bevor jedoch an die Befchreibung der einzelnen ausgeftellt gewefenen Schiffe gefchritten wird, fei noch erörtert, welche Hauptdimenfionen und Angaben für die Stabilität, Gefchwindigkeit, Lenkbarkeit und fonft wichtige Verhältniffe diefer Schiffe einen ziffermäfsigen Vergleich zulaffen, und, um diefe Daten und ihre Bedeutung dem Nichtſpecialiſten verſtändlich zu machen, die folgende Erläu­terung vorausgefchickt:

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Es wird bei den Mafsangaben jedes Schiff in dem Zuftande angenommen, wo es mit voller Ladung in ruhigem Waffer fchwimmt. Diejenige Linie, in welcher bei jedem fo beladenen Schiffe die Wafferoberfläche den äufseren Schiffskörper berührt, heifst die oberfte Wafferlinie" oder die Conftructions Waffer­linie". Die Länge der von der Conftructions- Wafferlinie eingefchloffenen Fläche heifst die Länge zwifchen den Perpendikeln" oder die Länge" kurzweg; die gröfste Breite der von der Wafferlinie eingefchloffenen Fläche die Breite aufs er den Spanten" oder die gröfste Breite". Die Entfernung der tiefften Stelle des Kiels von der Wafferoberfläche, refpective von der Ebene der Conftructions Wafferlinie, heifst der Tiefgang" oder die gröfste Tauchung". Die Flächenfigur, die man erhält, wenn man durch ein Schiff an der Stelle der gröfsten Breite der Wafferlinie einen Schnitt fenkrecht auf die Länge des Schiffes führt, heifst der Hauptfpant" oder die gröfste Querfec­tion", und der Theil diefer Querfection, welcher unter der Wafferlinie liegt, heifst ,, die eingetauchte Querfection". Das äufsere Volumen des mit voller Ladung unter der Oberfläche des Waffers, alfo unter der Conftructions- Waffer­linie gelegenen Theiles des Schiffes, in Cubikmetern ausgedrückt, nennt man das Deplacement". Das Deplacement gibt alfo auch die Anzahl Cubikmeter der durch das Schiff verdrängten Waffermenge. Der Schwerpunkt der ver­drängten Waffermenge heifst der Deplacements- Schwerpunkt". Das Gewicht des Schiffskörpers ohne Mafchinen, Keffel, Armirung und Ladung nennt man das Eigengewicht" des Schiffes. Der Schwerpunkt des vollkommen armirten und geladenen Schiffes heifst der Schiffs Schwerpunkt". Zur Erklärung des Metacentrums":

Fig. 3.

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Se

M

D

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Fig. 3 veranfchaulicht die Querfection eines Schiffes in geneigter Lage. S ift der Schiffs-, Dder Deplacement- Schwerpunkt. Die Stelle, wo die durch D' gezogene Senkrechte die Linie bei einer erften fchwachen Nei­gung des Schiffes fchneidet, heifst das ,, Meta­centrum". Die Entfernung diefes Durch­fchnittspunktes Mvom Schiffs- Schwerpunkte S bleibt nahezu conftant und gibt, multiplicirt mit dem Sinus des Winkels, um welchen das Schiff auf die Seite geneigt ift, den Hebels­arm" des Kraftmomentes, mit welchem das Schiff wieder in die aufrechte Lage zurück­gedrängt wird, das ift im Vereine mit dem Deplacement das Stabilitätsmoment des Schiffes.

Wenn man von der Spitze der Waffer­linie nach rechts und links an die Wafferlinie