Marinewefen.
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weite der Linfen günftig zu geftalten, als auch, weil je intenfiver das Licht ist, um fo grösser auch die Entfernung der Linfen von der Leuchte fein mufs, damit die Lichtftrahlen nicht zu gedrängt auf die Linfe fallen und fonach nicht ein zu grofser Theil derfelben durch die Linfen verfchluckt werde. Der Durchmeffer der dioptrifchen Trommeln eines jeden Leuchtapparates beträgt für Leuchtthürme erfter Ordnung 180 Meter; zweiter Ordnung 140 Meter; dritter Ordnung 100 Meter; vierter Ordnung o'50 Meter; fünfter Ordnung 0 375 Meter; fechfter Ordnung o 300 Meter. Die mit Hilfe diefer Apparate erzielte Sehweite bei klarem Wetter variirt zwifchen 10 und 22 Seemeilen und wird, da hiefür auch die Thurmhöhe mitbeftimmend ift, bei der Befchreibung jeden Thurmes angegeben werden. Der ganze optifche Apparat ift zu feinem und des Wärters Schutz gegen Unwetter von einer Laterne und diefe wieder von einem feften Drahtgitter umgeben, damit die Vögel, gegen das Licht fahrend, nicht die Scheibe oder Laterne einfchlagen. Die Drehung der Linfentrommel um die Flamme wird durch eine Uhr bewerkstelligt, welche durch Gewichte bewegt wird, und zwar mit gröfster Genauigkeit, da die Intervalle zwifchen den einzelnen Lichtblitzen in Katalogen verzeichnet und für die Schiffer mafsgebend find. Hiefür ift die Trommel fo conftruirt, dafs für ihre Drehung der geringfte Widerftand geboten wird, und in jeder Beziehung folche Vorforge getroffen, dafs denkbar keinerlei Störung des Betriebes eintreten könne.
Der Apparat Fig. 28 ift von Henry Lepaute conftruirt, war von der franzöfifchen Regierung zur Ausftellung gebracht und ift ein ganz ähnlicher, nur gröfserer für den Fig. 26 veranfchaulichten," fpäter befchriebenen Leuchtthurm Du Four beftimmt.
Der in Fig. 29 und 30 veranfchaulichte Leuchtapparat, von Sautter & Lemonnier erzeugt, war im öfterreichifchen Marinepavillon zur Ausftellung gebracht und zeigt eine Aenderung der bisherigen optifchen Apparate. Die Fresnel'fchen Linfen haben noch immer den Nachtheil, dafs fie koftfpielig find und befonders deren Montirung grofse Präcifion erheifcht und defshalb fchwieriger ift. Der Apparat Fig. 29 nun hat, ftatt ein er einfachen Trommel mit Fresnel'fchen Linfen, zwei Trommeln A und C, welche in Fig. 30 im Grundrifs veranfchaulicht find. Die Trommel A wird durch dioptrifche Ringe gebildet, welche die fämmtlichen, von der Lampe auffallenden Lichtftrahlen radial in einer horizontalen Scheibe weiterbefördern.
Diefe horizontalen gebrochenen Strahlen fallen auf die äufsere Trommel C, welche durch plano- cylindrifche Gläfer gebildet ift, und die radial auffallenden Strahlen zu einem viereckigen Bündel vereinigen, deffen äufserfte Divergenz circa 6 Grad beträgt. Die Glasringe und plano- cylindrifchen Gläfer laffen fich leichter montiren, dafür verurfacht die Nothwendigkeit, das Innere beider Trommeln A und C behufs Einbringung der Oel- Petroleumlampe zugänglich zu machen, eine Complication. Es mufs zu diefem Behufe ein Viertheil der inneren Trommel, in Fig. 30 mit B bezeichnet, auf eine Leuchte niedrigeren Grades und müffen an den Stellen xx je zwei plano- cylindrifche Gläfer in Scharnieren wie kleine Thüren angeordnet werden, fo dafs, um den Brenner einzuftellen, diefe eröffnet und die Vierteltrommel B innerhalb der Haupttrommel A auf die Seite gedreht werden können. Das ist keine einfache Conftruction und wird überdiefs für ein ganzes Viertheil der Zeit die Wirkfamkeit des Apparates um einen Grad niedriger.
Fig. 34 ftellt einen auf den gleichen Principien beruhenden Linfenapparat, von Sautter& Lemonnier für einen elektrifchen Leuchtthurm angeordnet, dar. AA find die dioptrifchen Linfenringe, CC ift die plano- cylindrifche Linfentrommel, welche, oberhalb an den Rollen DD hängend, durch diefe gleichzeitig bei der Drehung geführt wird. Die für Fig. 30 hervorgehobene Complication für die Einbringung der Lampe ift hier dadurch vermieden, dafs die aus den plano- cylindrifchen Gläfern hergeftellte äufsere Linfentrommel oberhalb angebracht ift.
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