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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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I. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb. sehr alt; 1183 wird im Abteibuche zu Boldon schon des Steinkohlen­zinses der Hammerschmiede von Warmouth und Sheffield gedacht; im 10. Jahrhunderte tritt die Benützung der Steinkohlen in Zwickau auf; 1193 fand der erste Kohlenbetrieb zu Plenvaux bei Lüttich statt, 1243 jener bei Newcastle, 1291 bei Wallis, 1297 bei Charle­roy; 1302 standen Gruben bei Dortmund, 1321 jene von St. Etienne in Frankreich im Betriebe, und 1333 jene bei Aachen; 1420 wer­den die Zwickauer Gruben als schon sehr bedeutend geschildert, und 1550 waren dort schon sogenannte Kohlenordnungen vorhan­den, die in den alten Bergordnungen über den Metallbergbau( z. B. 1185 Trient, 1235 Schemnitz, 1249 Iglau, 1278 Deutschbrod, 1300 Kuttenberg, 1308 Schladming) ihre Vorläufer besassen.

Im Jahre 1460 wird bereits der Kohlengruben bei Mühlheim an der Ruhr, 1466 der sächsischen bei Wettin und 1505 eines grossen Kohlenbrandes in Zwickau gedacht. Im Jahre 1527 war der Kohlenbergbau bei Ibbenbüren nächst Osnabrück, 1529 jener bei Ortweiler im Saarbrückenschen, 1540 der von Plauen bei Dres­den und 1560 jener von Radnitz in Böhmen bereits bekannt. 1599 wird schon eines lebhaften Kohlenhandels in Belgien gedacht, und 1603 stossen wir auf die denkwürdige Thatsache, dass zu London in Gemässheit eines parlamentarischen Beschlusses keine Stein­kohlen( wegen der schädlichen Dünste) mehr gebrannt werden dürften. Das Stiefkind Steinkohle war in der That zu jener Zeit der Technik der Eisenfabrication, welche ja bis zum 13. Jahrhun­derte noch in den Schmiedefeuern ähnlichen, niederen Oefen als Rennarbeit besorgt wurde und von da ab als Arbeit in Stücköfen erschien, noch nicht gewürdiget. Indess hatte die Verwendung der Steinkohle im Schmied processe welche in England, wie wir gesehen haben, schon von Alters her bekannt war, dort 1239 in Newcastle schon schwunghaft stattfand, im 14. Jahrhunderte in Westphalen und im 16. Jahrhunderte im Saarbrückenschen auftrat­doch allgemach mit dem Gedanken vertraut gemacht, dieses Pro­duct des geologisch aufgespeicherten Sonnenscheines auch im Eisenprocesse einzuführen, weil die Holznoth so überhand nahm, dass die nicht mehr entbehrbare, massenhaftere Erzeugung von Eisen schon in Frage gestellt werden musste. Diese culturelle Noth war bahnbrechend, und Dud- Dudley trat 1619 mit dem Projecte