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I. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb. object in alle Schichten der Gesellschaft tief eingegriffen; es gibt fast keinen Zweig menschlichen Wissens und menschlicher physischer Thätigkeit, welche nicht von dem grössten aller Baufactoren, der jemals, seit die Menschen leben, erschienen ist, ergriffen worden ist und, solange Bahnen gebaut werden, davon berührt werden wird. Es ist eben ein Kriterium der öffentlichen Bauthätigkeit, dass diese derartig reagirt.
Der Philosoph wie der Rechtsgelehrte, der Theolog wie der Staatsmann, der Techniker, Industrielle und der Gewerbsmann wie der Land- und Forstwirth und der Handelsstand, der Arzt wie der Stratege, der Gelehrte wie der Finanzmann; und überhaupt der Volkswirth wie der Arbeiter, alle werden von den Wellen dieser grossen Bauthätigkeit berührt. Insbesondere aber sind es die Vertreter der Naturwissenschaften, welche in den Forderungen des Eisenbahnbaues und in den Objectäusserungen durch denselben ganz wesentlich tangirt werden; und ich erinnere hier beispielsweise nur an das Versuchsfeld, welches der durch den Eisenbahnbau so enorm vermehrte Eisenmarkt und dieser wieder reagirend auf den Kohlenmarkt im Gebiete jener Naturwissenschaften äussert, die den Zwecken der Eisenindustrie und des Bergbaues dienen. Es kann selbstredend dieses hochinteressante Thema nur angedeutet und in keiner Specialität ausgesponnen werden; nur in einigen wenigen Strichen sei es gestattet, diese Skizze bezüglich einiger den Bauingenieur zunächst tangirenden wissenschaftlichen Stoffe hier noch zu markiren, nämlich bezüglich der Feldmesskunst, der Geographie und der Geologie.
b) Feldmesskunst und der bezügliche Instrumentenbau.
Die Feldmesskunst hat durch das Traciren der Bahnen eine Höhe erlangt, welche ehedem nicht gekannt wurde, welche in der Raschheit der Projectirungsarbeit, in der bildlichen Darstellung der letzteren und in der Hervorrufung von Instrumenten besteht, die man früher in der für diese Zwecke des Eisenbahnbaues( im weiteren Sinne) erfahrenen Durchbildung gar nicht gekannt hat; ich weise in dieser Hinsicht nur auf die verallgemeinerte Art der Darstellung von Schichtenplänen, auf die Vervollkommnung der baro