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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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7. Der Bau der Eisenbahnen als specieller Culturfactor.

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baue, diesem unseren Lehrmeister in so vielerlei Richtung immer schulden wird.

e) Pneumatische Fundirung.

Wenn auch durch den Bergingenieur Triger zum erstenmale bei der Teufung der Schächte verwendet und demnach als ein Kind des Bergbaues dastehend, ist die Kunst, mit Luftdruck zu fundiren, doch ganz entschieden von dem Eisenbahnbaue cultivirt und schliess­lich auf jene staunenswerthe und den menschlichen Geist so her­vorragend auszeichnende Höhe gelangt, die wir ebenfalls bei der Vorführung der betreffenden Ausstellungsobjecte noch eingehend kennen lernen werden.

f) Eiserne Brücken.

Obschon, wie bekannt, der Bau der eisernen Brücken schon vor der Zeit der Eisenbahnen vorhanden war, so ist diese Disciplin, sowohl den eigentlichen Brückenträger, wie den eisernen Pfeiler betreffend, durch den Eisenbahnbau doch in einem solchen Maasse zur Anwendung und Ausbildung gelangt, dass man auch diese Disciplin völlig als eine neue, dem Eisenbahnbaue zuzumessende Errungenschaft zu verzeichnen hat.

g) Die Bauadministration.

Soferne es zulässig ist, die Administration eines Baues unter die Baudisciplinen zu rangiren, muss man auch einräumen, dass der Eisenbahnbau als solcher, eine ganz neue, stylvollere Anordnung der Verwaltung eines Baues geschaffen und dadurch in einem sehr bedeutenden Theile culturell eingewirkt hat, eben weil die Gross­artigkeit einer solchen Bauleitung nicht nur ein neues Administra­tionsgefüge, welches sich der allein zweckmässigen Form des Mili­tarismus nähert, geschaffen, sondern auch eine Rückwirkung auf Geschäfte ähnlicher, grosser Art geäussert hat.

3. Förderung allgemeiner Wissenschaften und Künste.

a) Der Einfluss auf das menschliche Wissen im Allgemeinen. Der Bau der Eisenbahnen allein hat wegen der schon erwähnten physischen Formen und wegen seiner Macht als Arbeits­