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I. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb. lage der Betriebswerthe, allerdings leicht zu Krisen führt. Diese Krisen sind aber niemals Beweismittel gegen eine ruhig erwogene Eisenbahnbauthätigkeit, welch' letztere, eben wegen ihrer ausserordentlich civilisatorischen und wirthschaftlichen Bedeutung, der Menschheit insolange nicht ungestraft entzogen werden kann, als noch kein Aequivalent ähnlicher Arbeitsquantität durch die Civilisation geschaffen worden ist. Dieses Aequivalent kann in kommenden Zeiten nur jene erhöhte, menschliche Arbeit sein, welche sich auf das Befruchtungsmoment des Betriebes der vollendeten Bahnen stützt. Wir befinden uns also gegenwärtig in einem Uebergangsstadium dieser Arbeit. Der eine Staat ist in diesem Wirthschaftsstadium weiter vorgeschritten, als der andere, zurückgebliebene; und der letztere findet sein diesfälliges wirthschaftliches Speculationsmaass durch den ersteren präjudicirt.
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Der mit seinem Eisenbahnnetze mehr, also in dieser Consequenz auch wirthschaftlich überhaupt mehr vorgeschrittene Staat denn die heutige Wirthschaft ist ja erst vermöge des Fortbewegungsmittels der Eisenbahnen zu ihrem Anwuchse gelangt- muss sich um dessenthalben auch an dem Eisenbahnbaue in den fremden, weniger vorgeschrittenen Staaten betheiligen, und die äussere Form dieser Betheiligung bietet der Geldmarkt.
Der Geldmarkt für den Eisenbahnbau hat also die Aufgabe, erstens seine Wirkung auf das eigene Land und zweitens jene auf das wirthschaftlich zurückgebliebene Ausland zu üben. Die Handelspolitik der Staaten bedarf demnach auch im Wirkungsrahmen des Eisenbahnbaues der Macht des Geistes und der Wirthschaft auf das weniger entwickelte Ausland, also der commerziellen Annectirung desselben, und die Wahl dieser Objecte bedingt sich durch die physische Möglichkeit des Zuganges, also durch die wirthschaftliche Wahlverwandtschaft.
§. 4. Seine civilisatorische Mission.
1. Der Charakter eines speciellen Bildungsmittels für die Baugegend. Die Thatsache, dass die Eisenbahningenieure, sobald sie in eine entlegene, also immer geistig zurückgebliebene Gegend