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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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7. Der Bau der Eisenbahnen als specieller Culturfactor.

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bemessungen fortan nach dem Expropriationspreise gewissermassen richten. Jene Behauptungen also, welche dem Bodenentzuge der Agricultur durch den Eisenbahnbau einen gewissen Nachtheil zusprechen, sind allerdings theoretisch richtig, aber in der Praxis von keinem die Wirthschaftsförderung störenden Nachtheile, weil das menschliche Recht der Benützung der Scholle nicht allein in dem Rahmen der Agricultur, sondern in dem der Wohlfahrt der Menschen überhaupt liegt.

b) Verwerthung todten Bodens.

Was die Verwerthung des todten Bodens durch einen Eisenbahnbau anbelangt, so ist dieselbe dreierlei, nämlich a) betreffend eine directe Inanspruchnahme etwaigen wüsten Bodens durch die Bahnanlage, 3) beziehentlich einer Verwerthung öden Bodens, als Sand- und Lehmlager, und) in Hinsicht der Ver­werthung todten Bodens in Form von Steinbrüchen überhaupt und Kalksteinbrüchen im Besonderen.

c) Forstrente.

Was schliesslich die durch den Eisenbahnbau hervorgerufene höhere Forstrente betrifft, so kennzeichnet sie sich durch den Preisaufschwung, welcher vermöge des Bezuges von Gerüstholz, Bauholz, Gerätheholz und Bahnschwellen, wie auch durch den Bezug von Schnittholzwaaren aller Art, endlich durch die, erfahrungs­gemäss meist durch den Eisenbahnbau allein eingeleitete Wald­industrie( Sägemühlen) veranlasst wird.

5. Einfluss auf den Geldmarkt.

Der Einfluss des Eisenbahnbaues auf den Geldmarkt ist be­kanntlich um dessentwillen ein so ausserordentlich bedeutender und alle anderen industriellen Geschäfte überragender, weil der kolossale Umfang der Bausummen, die Raschheit des Umsatzes, der Durchlauf des Geldes durch viele wirthschaftliche Stationen und die Macht des speculativen Werthes eines Eisenbahnbaues Momente sind, welche den Geldmarkt in einer lebhaften Weise bewegen, so lebhaft, dass die Ueberschäumung der Bauwerthe, also der Unter­