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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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7. Der Bau der Eisenbahnen als specieller Culturfactor.

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dringung, die wir u. A. in Aristoteles, dem Griechen( 384-322); Boëthius, dem Römer( 475-526); Albertus Magnus, dem Schwaben ( 1193-1280); Roger Bacon, dem Engländer( 1214-1294); die wir ferner in unserem Altmeister, dem Ingenieur Leonardo da Vinci, dem Florentiner( 1452-1510); des Weiteren in Julius Cäsar Scaliger, dem Paduaner( 1484-1558); ferner in Leibnitz, dem Hannoveraner( 1646-1716); in Albrecht v. Haller, dem Schweizer und dem Göttinger Meister( 1708-1777); endlich in unseren Tagen in Alexander v. Humboldt, dem Preussen( 1769-1859) insge­sammt verehren.

Dieser Vollzug der durchdringenden Verbindung des mensch­lichen Wissens bedarf aber seiner äusseren Mittel, und unter diesen steht obenan jenes der Literatur, weil dieses Mittel durch seine Ausdehnung und Nachhaltigkeit jedes andere übertrifft. Der Werth dieses Mittels, welches die Ordensregel St. Benedictus schon anerkennt und welches Fust, Schöffer und Guttenberg in jenem Maasse förderten, dass dieses zur Pforte der Reformation wurde, ist ja so bedeutend, dass es zum Kriterium der Existenz der Wissenschaft geworden ist. Jede qualitative Vermehrung der wissenschaftlichen Literatur ist also eine Vermehrung der Civili­sation, und in diesem Sinne hat nun auch der Eisenbahnbau mächtig civilisatorisch gewirkt.

Die oben geschilderte Vielheit der wissenschaftlich neuen Fälle, die Ausdehnung des Erfahrungsbodens, die Entkeimung neuer Theorien und Disciplinen, alle diese Momente erzeugten ja unsere Literatur des Eisenbahnbaues, also das Mittel der weiteren Verbreitung und tieferen Erfassung des von uns und durch uns gewonnenen Wissens.

Indess sind es aber gerade zwei besondere Momente, welche die durch den Bau der Eisenbahnen hervorgerufene Literatur so wesentlich förderlich gemacht haben; wir meinen die unserer Literatur auferlegte Raschheit des Ausschreitens und ihre Stofffülle. Beide diese Momente, entsprossen der Wichtigkeit der einzelnen Fälle für das Leben in der Praxis, haben unsere periodische, bautechnische Literatur geschaffen, welche rascher und umfangreicher ist, als eine solche auf irgend einem anderen Zweige menschlichen Wissens. Und gerade die Raschheit des Umsatzes