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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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Disposition der Schienenwege.

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1. Das Lesseps'sche Eisenbahnproject.

( Pavillon für Welthandel.)

Kühn in seiner Conception, aber geistig scharf, hat uns Lesseps, der Kosmopolit in der Welt der Ingenieure, in der schein­bar einfachsten Form auf der Wiener Weltausstellung ein concretes Project einer Eisenbahnlinie vorgeführt, welches man füglich als den wichtigsten Ausstellungsgegenstand in unserem Fache bezeich­nen darf, sofern man der Philosophie des Eisenbahnwesens ihr unumstössliches Recht einräumt.

Der kosmopolitische Gedanke dieses Projectes, welches die Herstellung eines Schienenweges aus Europa durch Centralasien über die Pässe des Hindukusch nach dem fernen Indien, dem Lande der grossen irdischen Schätze und der real unterlegten Träume europäischer Staaten, zum Gegenstande hat, erhellt schon aus dem Umstande, dass dieses Ausstellungsobject in keinem Raume unter­gebracht wurde, welcher einem einzelnen Staate galt.

In dem Pavillon für den Welthandel, war auf der Karte Nr. 28 des Kiepert'schen Atlas von Lesseps' getreuem Ingenieur Cotard in wenig Strichen( Texttafel A) die Linie verzeichnet, wel­che die Ausgangspunkte Petersburg, Königsberg, Amsterdam, Ca­lais, Genua, Rom, Triest und die alte Sophia einerseits, mit Bombay, Madras und Calcutta anderseits zu verbinden gedenkt.

Mit den Strichen, welche die Entstehung einer Eisenbahn zwischen Tula, Orenburg, Samarkand, Taschkend, Balch, Kabul und Pischawer vorstellen, ist eine unendliche Fülle weitkreisender Gedanken erweckt worden; wir sehen in diesen Strichen staats­politische Ideen verkörpert, wir sehen in ihnen den Aufgang eines neuen Abschnites in der Geschichte des Welthandels, wir erblicken in ihnen den Ausgangspunkt eines neuen Concurrenzkampfes der Staaten, und wir sehen endlich durch sie die Kühnheit des Schaffens verzeichnet, welche uns Ingenieuren durch die gebotene Herstellung grosser, internationaler Werke von der Neuzeit auferlegt ist.

Vor Allem fällt uns Technikern in dem Lesseps'schen Pro­jecte diejenige Schleife der Trace auf, welche zwischen Samarkand und Kabul verzeichnet ist.

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