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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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2. Dammherstellungen im Wasser.

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Sloe der Fall, welche während des Jahres 1871 innerhalb 10 Mo­naten Zeit, und zwar durch ein schnell strömendes tiefes Fahrwasser ( zwischen Südbeveland und Walcheren) ausgeführt wurde.

a) Wasserverhältnisse des Sloe.

Im XIII. Jahrhunderte waren die Inseln Südbeveland und Walcheren weit kleiner als heute, also durch eine grössere Wasser­fläche wie gegenwärtig getrennt; in dieser Wasserfläche strömten ausser dem heutigen Sloe noch viele andere Rinnen, welche als Wasserfahrwege zwischen Middelburg und Antwerpen diente.

In Folge von Abdämmungen, Anschlämmungen und Ein­deichungen wurde ein grosser Theil dieser Wasserfläche in frucht­bares Ackerland verwandelt, und gewann demgemäss die Wasser­strasse des Sloe, welche historisch zuerst im Jahre 1488 als Hauptfahrwasser bezeichnet wird, an Bedeutung und wechselte seitdem die Uferlinie stetig, je nachdem mancher Landanwachs zum ,, Polder" eingedeicht und mancher Polder" wieder vernichtet wurde.

Seit dem vorigen Jahrhunderte ist die Capacität des Sloe allerdings zurückgegangen; sie war jedoch im Jahre 1871, als das Sloe behufs der Zeelandisch- deutschen Eisenbahn abgedämmt werden musste, noch immer so bedeutend, dass das Sloe selbst immerhin als ein noch grosser Meeresarm betrachtet werden musste; denn an der Uebergangsstelle der Eisenbahn mass seine Breite zwischen den Deichen 1000 Meter, von welcher Breite 650 Meter durch Bänke und Schorrer" die bei Ebbe trocken lagen, eingenommen wurden, während der Rest von 350 Meter auf das Fahrwasser entfiel, welches bei Fluth die beträchtliche Tiefe von 12 bis 14 Meter besass.

Die Situation des Sloe ist aus Tafel 4, sein Querprofil, sowie seine Eindeichung aus Tafel 3 ersichtlich.

Wie wir nun schon gelegentlich der Beschreibung der Ab­dämmung der Osterschelde erläutert haben, lief auch im Sloe die Hauptströmung von Süd nach Nord, das heisst von der Westerschelde mit früher eintretender höherer Fluth nach dem Veergat mit späterem und weniger hohem Wasserstande, so dass bei der heftigsten Fluthströmung der Wasser- Niveauunterschied zwischen