320
IV. Aussergewöhnliche Unterbauten.
vollkommen vollendet, dass er durch die Regierungsbeamten übernommen werden konnte.
Das gute und rasche Gelingen dieser Arbeit ist nicht nur der Tüchtigkeit und Energie des Unternehmers, sondern auch der Intelligenz und Zähigkeit der Regierungsingenieure zu verdanken und liefert einen neuen Beweis für die Thatsache, dass man den Kampf mit dem Elemente im Ingenieurbauwesen nicht mit der rohen Gewalt, sondern mit dem tiefen Studium des Elementes selbst aufnehmen muss ein besonders im Wasser- und im Tunnelbaue giltiger Satz, gegen dessen Wahrheit noch immer viel zu oft verstossen wird.
-
e) Bauwerke, welche mit der Abdämmung des Sloe in Beziehung stehen.
Der Vollständigkeit halber sei hier nur noch erwähnt, dass die Abdämmung des Sloe die Herstellung eines Canales durch Walcheren bedingte, und dass die Eisenbahnverbindung mit Deutschland eine ausgedehnte Hafenanlage zu Vlissingen her
vorrief.
Der Canal ist 14.800 Meter lang, hat bei Niederwasser 72 Meter, bei erhöhtem Wasserstande 8 Meter Wassertiefe, 22 Meter Sohlenbreite und bei Normalwasser 27.5 Meter Spiegelbreite.
Die grossen Schleussen in Vlissingen und in Veere, sowie die Drehbrücken haben eine lichte Durchfahrtsweite von 20 Meter. Der Vor- oder äussere Hafen zu Vlissingen hält eine Fläche von 13 Hektar, der innere eine solche von 25 Hektar.
Die Quais sind aus weit hergeholtem Basalt gemauert und stehen mit dem grossen Bahnhofe in Verbindung; ausgedehnte Bauplätze befinden sich ausserdem im Besitze des Staates.
Vom Canale aus zweigt sich ein kleinerer Canal ab nach Nieuwland und Arnemuiden zu Ersatze für den Hafen dieses letztgenannten Fischerdörfchens, welcher behufs des Eisenbahndammes abgedämmt werden musste; über diesen Canal führt die Eisenbahn mittelst einer Drehbrücke.
In Folge der Canalbauten musste die Entwässerung der Insel Walcheren gänzlich umgeändert werden, und mussten zu diesem Zwecke langgestreckte Entwässerungsgräben angelegt,