2. Dammherstellungen im Wasser.
321
zwei Entwässerungsschleussen und mehrere Brücken erbaut werden, und bietet hiernach der Eisenbahnbau zwischen Rosendaal und Vlissingen ein grossartiges Beispiel, dass der Eisenbahningenieur ein ausgedehntes Gebiet des technischen Wissens zu beherrschen befähigt sein muss, wie dies denn in dem vorliegenden Falle durch den leitenden Oberingenieur M. Simon in mustergiltiger Weise geschehen ist.
Die Kosten der ganzen 75 Kilometer langen genannten Eisenbahnstrecke einschliesslich der zwei Abdämmungen und der zwei Schifffahrtscanäle werden den Betrag von rund 25,000.000 holländischen Gulden umfassen.
Nähere Beschreibung der Sloe- Abdämmung enthalten die Jahrgänge 1872 und 1873 der„ Zeitschrift des königlich niederländischen Institutes der Ingenieure".
3. Der neue Wasserweg von Rotterdam nach der See. ( Ausgestellt vom königlich niederländischen Oberingenieur P. Caland.)
Die technisch höchst interessante Ausführung dieser Fahrstrasse steht mit dem Eisenbahnbaue insoweit im Zusammenhange, als neu errichtete Ufer und Molos den Unterbau von Eisenbahngeleisen bilden; wenn auch streng genommen das hier benannte Ausstellungsobject in das Gebiet des Wasserbaues gehört, so konnte dasselbe in dem vorliegenden Berichte doch nicht unerwähnt bleiben, weil es ungemein lehrreich für das Eisenbahnbaufach ist und mit demselben doch zusammenhängt, auch die hierher gehörigen Zeichnungen die beiden, soeben abgehandelten Dammbildungen theilweise näher erläutern.
Bereits im Jahre 1827 wurde der Anfang gemacht, von Rotterdam aus durch Voorne einen Canal zu graben, weil die damals vorhandenen Wasserwege der Schifffahrt nicht genügten. Dieser 1829 vollendete Canal gestattete keine grösseren Schiffsdimensionen als 13, Meter Breite, 5 Meter Tiefgang und 72 Meter Länge.
Die Anforderungen der neuen Schifffahrt geboten nach fünfundzwanzigjährigem Betriebe des Canales eine Neuanlage, welche nach den Plänen des Oberingenieurs P. Caland vom Ministerium angenommen wurde, und welche unter der Leitung dieses
21