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V. Tunnelbau.
schreitung der Bay von S. Francisco, des Bosporus und der Meerenge von Messina( mittelst eines 8500 Meter langen Tunnels), den Bau unter Humber nächst Hull, dann das Project eines 13.800 Meter langen Tunnels unter der Meerenge von Gibraltar, endlich das riesigste diesfällige, in seinen Einleitungen in unseren Tagen schon werkthätig begonnene Project einer 32.000 Meter langen Unterschreitung des Canales von la Manche. the bah
Uebergehen wir nun nach dieser Skizzirung der Entwickelung und des gegenwärtigen Standes der Tunnelbaukunst zur Schilderung der Repräsentation, welche diese beiden Momente 1873 zu Wien erfahren haben, so ist zu bemerken, dass diese Repräsentation eine sehr anregende war, wie dies die nachfolgende Benennung der Ausstellungsobjecte kennzeichnen wird. In dieser Vorführung haben wir die streng in das Gebiet des Bergbaues gehörigen Objecte ausgeschieden, wiewohl sie auch für den Tunnelingenieur im höchsten Maasse lehrreich waren.
II. Capitel.
Tiefbohrungen.
Die Herstellung tiefer Bohrlöcher zu Zwecken eines Tunnelbaues, sei es nun der geoologischen Untersuchungen halber, sei es zu Zwecken der Controlirung der Richtung, oder aber zu Zwecken der Ventilation, sei es endlich gemäss den Erfahrungen der Neuzeit, zu Zwecken rascher Abteufung der Schächte, oder sei es zu Zwecken von Sondirungen bei Brückenbauten, gewinnt im Fache des Eisenbahnbaues überhaupt und in dem Specialfache des Tunnelbaues insbesondere immer mehr an Bedeutung.
Die Wandelungen, welche die Tiefbohrtechnik durchgemacht und insbesondere in der neuesten Zeit erfahren hat, sind von so grossem Interesse, dass ein kurzgehaltener Rückblick auf die Geschichte dieser Kunst für den Eisenbahningenieur nicht ohne Bedeutung ist, zumal die gebotenen Ausstellungsobjecte für die angedeuteten Wandlungen als charakteristische Belege dienten. Tot Wie die Tradition uns lehrt und in einer vor 180 Jahren zu Amsterdam erschienenen Reisebeschreibung angegeben, auch 1827