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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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I. Fundirungen.

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Die Bodenförderung erfolgte vermittelst Kübeln von 1.2 Kubik­fuss Inhalt, welche im Gebiete der comprimirten Luft durch Menschen­hände, die an einer Winde arbeiteten, aufgeholt wurden.

In jeder Arbeitsschicht von vier Stunden Dauer wurden in jeder Glocke 80 bis 100 Kübel aufgeholt, deren Material eine sechs­bis siebenmalige Ausschleussung beanspruchte; die Anordnung der ganz einfachen Luftschleusse ist in der Figur 107 angedeutet, und wurde der Mangel von Reservekammern während der Fundirungs­arbeiten thatsächlich auch empfunden.

In Fällen, wo die Senkung stockte, liess man die Luft plötz­lich ab und erzielte damit eine allerdings ruckweise und an Getöse reiche Senkung.

Ein dauernder nachtheiliger Einfluss auf die Gesundheit der Arbeiter machte sich nicht bemerkbar, zumal Menschen, denen der Aufenthalt in der comprimirten Luft nicht bekam, von der Arbeit aus­geschlossen wurden; die Arbeiter erhielten wollene Jacken, und wurde ihnen sofort nach dem Ausschleussen heisser Kaffee verabreicht.

Fig. 108.

Die Anordnung der gleichmässigen Ver­senkung erfolgt durch gekuppelte Knarren­hebel und vermittelst zweier Winden( wie dies die Figur 108 andeutet) derart, dass während der eine Krahn die Schrauben in den Muttern nach abwärts bewegte, der andere dazu diente, die Hebellage wieder in die nutzbare Stellung zu bringen. Die Con­struction der Knarrenhebel ist aus der Figur Fig. 109.

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2 RF

109 ersichtlich ge­

macht und zeich­net sich von der

Castor'schen Knarre, wie solche bei der Kehler Rheinbrücke ge­braucht wurde, durch eine, wie es

scheint, vortheil­

haftere Construction aus.