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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

Ist der eine Materialraum C oder C, gefüllt, so kann er da­durch entleert werden, dass man den Schieber p vermittelst einer Schraubenstange, welche sich aussen an der Schleusse befindet, emporhebt; also den selbstthätigen Herausfall des Materiales. ermöglichet.

In der Figur 121 ist die Materialkammer C durch den Ver­schluss p versperrt dargestellt, während in der Materialkammer C, der Verschluss p₁ aufgezogen erscheint. Hat man den Caisson in die nöthige Tiefe versenkt, so wird der ganze Baggermechanismus durch die geöffnete Klappe r( Figur 121) herausgezogen, an dessen Stelle die in Figur Nr. 123 gezeichnete Betonière Feingestellt, die Luft auf's Neue eingetrieben und der Beton niedergelassen.

Fig. 123.

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F

Die ganze Luftschleusse, jedoch exclusive der Baggerkette und der Bag­gerkörbe, wiegt circa 7000 Kilogramm, das Gewicht eines Schachtrohres von 2 Meter Höhe beträgt circa 1000 Kilo­gramm. Schmoll und Gaertner geben die Leistung ihres continuirlichen Förder­zeuges pro 24 Stunden: in Sand und Schotter auf 30 bis 40 Kubikmeter, in Sand und grobem Geschiebe auf 20 bis 30 Kubikmeter, und in festem Gestein auf 15 bis 20 Kubikmeter, gemessen im Abtrage, an.

Es ist nicht ohne Interesse, hier zu bemerken, dass die Herren Gebrüder Klein, Schmoll und Gaertner bisher die grössten Caissons angewendet haben, welche bei Brückenbauten in Europa zur Ausnützung gelangten, es sind dies die Caissons der Portalpfeiler der im Jahre 1872 begonnenen Fundirung der Kronprinz- Rudolph- Brücke( Reichsstrassenbrücke) in Wien. Diese Caissons haben eine Länge von 27.17 Meter und eine Breite von 8.85 Meter 240., Quadratmeter.

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Der Castor'sche Caisson bei der Sperrmauer zu Brest, welcher also nicht im Brückenbaue angewendet wurde, hat 27., Meter Länge