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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

Wasserleitung zu Mainz( Zahlbacher Wasserleitung) erwähnt werden.

Ueberblicken wir die Reihe der gewölbten Brückenbauten der Römer, so finden wir bei ihnen allerdings schon bedeutende Fort­schritte in der Fundirung( liegender Rost, Pfähle, eine Art Betoni­rung, Senkkästen und Steinwürfe); allein diese Fortschritte waren nicht genügend, um die Pfeiler beliebigen Ortes in die Flüsse zu stellen; man sparte desshalb bei den im Wasser stehenden Brücken an Pfeilern und entschloss sich zu grossen Spannweiten, welche, da die Römer nur den Halbkreis gebrauchten, zu tiefer Kämpferlage und grosser Brückenhöhe und zu ansteigenden Fahrbahnen führten. Bei mehreren im Wasser stehenden Oeffnungen wurden die Pfeiler ausser­gewöhnlich stark gemacht, sei es aus Sitte, sei es aus Bedürfniss, da man die Bogen wahrscheinlich nicht zu gleicher Zeit gewölbt hat. Auch bei den Aquäducten, deren Gründung in festem, trockenem Boden erfolgte, die Stellung der Pfeiler nicht beeinflusste und dadurch der Schönheit der Form freien Spielraum liess, waltet eine grosse Stärke der Pfeiler vor. Der Charakter der Wege­brücken jener Zeit widerspiegelte, wie Baumeister" dies so treffend schildert, die Freiheit des Verkehres, deren die Römer bedurften, um ihre weit gestreckten Gebiete unumschränkt zu beherrschen.

Wir können diese kurze Uebersicht des Brückenbaues zur Römer­zeit nicht schliessen, ohne noch zuvor zweier merkwürdigen Bauten zu gedenken, von denen der erste von Hannibal um 220 vor Chr. zu Martorell und der zweite zur Zeit Trajans( 98 bis 117) zu Lissabon, dem Olisippo der Alten, errichtet wurde. Die erstere Brücke besteht aus einem grossen Spitzbogen von 43., Meter Spannweite und zwei kleineren Seitenbogen. Der Aquäduct von Lissabon besteht aus 32 Spitzbogen von 34., Meter grösster Spannweite und besitzt eine Höhe von 85.05 Meter.

Wenn es nach den neueren Forschungen auch keinem Zweifel mehr unterliegen kann, dass man den Spitzbogen schon im hohen Alter­thume gekannt hat, und demnach annehmen muss, dass er auch den Rö­mern bekannt war; so war er in der Baukunst dieses Volkes doch durch­aus nicht üblich und erregen um dessentwillen die hier genannten Zeiten seines Auftretens im alten Hispanien gerechtes Aufsehen.