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Brückenbau.
Anfänge und der Einbau des Scheitelstückes, letzteres entsprechend der Temperatur, und schliesslich die Vernietung erfolgt. Nach dieser Schliessung des Bogens wird die Querverbindung theilweise angebracht, sodann die Mittelrüstung entfernt, und werden die übrigen Constructionstheile mit Hilfe leichter in den Bogenträgern ruhenden Rüstungen montirt.
Diese Methode der Aufstellung, welche sich schon in Coblenz bewährte und bei der seither( 1876) fertiggestellten Brücke eingehalten worden sein dürfte, hat gegenüber der Montirung der einzelnen Bogentheile über durchgängigen Lehrgerüsten bedeutende Vorzüge, weil der Einwirkung der Temperatur besser Rechnung getragen, die Schifffahrt weniger gesperrt, die Gesammtmontirung weniger gefährdet und der Montirungspreis wesentlich vermindert wird.
Bezüglich der Fundirung der Brücke und der Anordnung der Baustelle verweisen wir auf das schon früher Seite 213 u. f. Gesagte.
8. Margarethenbrücke zu Buda- Pest.
( Ausgestellt von der Société des Batignolles unter der Direction des Herrn E. Gouin.)
Dieses bedeutende Bauwerk, welches sich sowohl durch die Kühnheit seiner Construction, wie durch die Festhaltung des Principes der architektonischen Schönheit auszeichnet und mit unter die hervorragendsten Leistungen im Brückenbau der Neuzeit gezählt werden muss, war auf der Wiener Weltausstellung( in der Maschinenhalle) durch ein sehr sorgfältiges Modell repräsentirt.
Die Situirung der Brücke gleicht der Mont- Blanc- Brücke in Genf, welche bekanntlich in gebrochener Linie über die Rhône gespannt ist und durch eine Abzweigung im Brechpunkte zur Rousseau- Insel führt.im
Die Margarethenbrücke ist unterhalb der Margaretheninsel derart errichtet, dass die zwei Hälften der Brücke senkrecht auf die zwei Donauarme gestellt sind und sich in einem Durchschneidungswinkel von 150 Grad 4 Minuten 6 Secunden treffen, an welchem Punkte die Abzweigung nach der Insel projectirt ist. Es besteht also die Brücke aus zwei Sectionen und enthält jede Section zwei Strom