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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

zu erwähnen, wie der Wahl des Gerber'schen Systemes ein Ver­gleich mit Kosten gewöhnlicher Träger, jedoch für zwei Geleise, zu Grunde lag; es wurde nämlich das Project I, vier Oeffnungen, 9.42 Meter Lichtweite, mit 468 Centner pro Geleise à Centner 30 Mark 9000 Mark Mauerwerk= 37.080 Mark; das Project II, drei Oeffnungen zu 12.55 Meter Lichtweite, mit 534 Centner pro Geleise 38.040 Mark; und das Project III und 6000 Mark Mauerwerk ( System Gerber) mit 490 Centner pro Geleise und 6000 Mark für Mauerwerk 35.400 Mark veranschlagt.

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§. 4. Parallelförmige Gitterträger mit abgeschrägten Ecken.

Verschiedene Constructeure haben die Gitterträger mit paral­lelen Gurtungen, seien es nun Gitter- oder Fachwerke, zum Zwecke der Materialersparung in ihren oberen Ecken derart abgestumpft, dass daselbst die Obergurte entweder abgeschrägt oder aber an ihren Enden gekrümmt erscheint. Es gehören also hierher die so­genannten Trapezträger, wie wir sie in der Köstlin- Battig schen Fachwerks construction der Brigitta- Brücke über den Donaucanal in Wien( 65.1 Meter Lichtweite) und der Sophien­Brücke( ebenfalls 65.1 Meter Lichtweite) in Wien, dann in der nach diesem System von Harkort ausgeführten Moldaubrücke der Verbin­dungsbahn in Prag( eine Geleise, fünf Stromöffnungen à 180 Fuss und jene in einigen weni­österreichischer Lichtweite) vorfinden gen Beispielen ausgeführten runden Eckenabstumpfungen, unter Anderem bei der schon früher als Ausstellungsobject( Fig. 90, pag. 27) vorgeführten Gitterwerksbrücke über den Besos in Spanien.

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Professor Dr. E. Winkler hat ebenfalls die durch eine Ab­schrägung erzielte Materialersparung für gewisse Spannweiten näher untersucht und bei der Köstlin- Battig'schen Construction ( vergleiche ,, Vorträge über Brückenbau") je nach der Trägerhöhe eine Materialersparung gegen den vollförmigen Gitterträger von 7 bis 10% gefunden.

§. 5. Ausstellungsobjecte.

Das Gebiet der Gitterträger mit parallelen Gurtungen war auf der Weltausstellung zu Wien 1873 in zahlreichen Objecten vertreten, von denen wir nur die folgenden hervorheben: