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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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V. Bewegliche Brücken.

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Gegen Seitenschwankungen ist die Brücke durch zwei Seiten­rollen geschützt, welche in der Ebene eines durch den Zapfen ge­dachten Querschnittes der Brücke liegen; die Federung dieser Rollen ist die gleiche.

2. Anordnung des Drehzapfens.

Bei der Parnitzbrücke hat der Drehzapfen einen Druck von 1610 Centner aufzunehmen; er ist in Gussstahl construirt, für einen Druck von 101.26 Centner pro Quadratzoll und 41/2 Zoll stark. Die Detailconstruction, welche für die Parnitzbrücke gewählt wurde, ist in der Figur 226 ersichtlich und wir sehen aus

Fig. 226.

derselben, dass der Zapfen mittelst einer mehrgängi­gen Schraube von 1 Zoll Steigung nach Bedarf ge­hoben oder gesenkt werden kann; zur besonderen Fein­heit der Einstellung ist ein Noniusrad angebracht.

Der Zapfen ist unten nach einer Kugelfläche von 3 Zoll Radius abgerundet, mit der Brücke fest ver­bunden und setzt sich auf ein Kugellager, welches durch Führungsbacken cernirt wird, auf; es ist also in jeder Lage der Brücke die Reibung ein Minimum. Schwedler erkennt übrigens selbst an, dass diese Anordnung des Zapfens an dem Uebel­stande der schweren Zu­gänglichkeit leidet, und schlägt selbst Veränderun­

gen vor, von denen eine auf die Aufkeilung des Zapfenlagers basirt.