V. Bewegliche Brücken.
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Gegen Seitenschwankungen ist die Brücke durch zwei Seitenrollen geschützt, welche in der Ebene eines durch den Zapfen gedachten Querschnittes der Brücke liegen; die Federung dieser Rollen ist die gleiche.
2. Anordnung des Drehzapfens.
Bei der Parnitzbrücke hat der Drehzapfen einen Druck von 1610 Centner aufzunehmen; er ist in Gussstahl construirt, für einen Druck von 101.26 Centner pro Quadratzoll und 41/2 Zoll stark. Die Detailconstruction, welche für die Parnitzbrücke gewählt wurde, ist in der Figur 226 ersichtlich und wir sehen aus
Fig. 226.
derselben, dass der Zapfen mittelst einer mehrgängigen Schraube von 1 Zoll Steigung nach Bedarf gehoben oder gesenkt werden kann; zur besonderen Feinheit der Einstellung ist ein Noniusrad angebracht.
Der Zapfen ist unten nach einer Kugelfläche von 3 Zoll Radius abgerundet, mit der Brücke fest verbunden und setzt sich auf ein Kugellager, welches durch Führungsbacken cernirt wird, auf; es ist also in jeder Lage der Brücke die Reibung ein Minimum. Schwedler erkennt übrigens selbst an, dass diese Anordnung des Zapfens an dem Uebelstande der schweren Zugänglichkeit leidet, und schlägt selbst Veränderun
gen vor, von denen eine auf die Aufkeilung des Zapfenlagers basirt.