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Brückenbau..
ausgeführte Trajectanstalt, welché Hartwich nur dadurch motivirt, dass der Bau einer festen Brücke zu jener Zeit keine Genehmigung erhielt, wurde vorzugsweise zum Zwecke des Kohlentransportes aus dem Essener Reviere errichtet.
Ihre Fahrstrassen liegen 22.6 Meter von einander entfernt und steigen mit 1: 48 auf die Uferhöhe. Bei dem mittleren Wasserstande hat der Rhein eine Breite von 437.5 Meter.
Die schiefe Ebene am linken Ufer hat 444.4 Meter, die am rechten Ufer 546.1 Meter Länge.
Ein durch Anker befestigtes Führungsseil, welches durch Leitrollen läuft, bildet die Fahrlinie für jede Ponte; die Bewegung der letzteren erfolgt durch je eine liegende Dampfmaschine von 5 Pferdekräften, die sich an einem Zugseile fortarbeitet.
Die Leitseile haben 53 Millimeter Durchmesser und wiegen 12.16 Kilogramm pro laufenden Meter; sie hielten im Minimum 10.972 und im Maximum 24.300 Fahrten aus und wurden mit 300 Centner gespannt. Die Zugseile haben 32.5 Millimeter Durchmesser, wiegen 3.19 Kilogramm pro laufenden Meter und hielten im Minimum 4658, im Maximum 9822 Fahrten aus und wurden mit 70 Centner gespannt; Versuche mit Stahlseilen haben sich nicht
bewährt.
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Jede einfache Fahrt wird einschliesslich des Auf- und Abfahrens der Züge im Mittel mit 2212 Minuten angegeben, wonach die Zahl der einfachen Fahrten auf den benützten vier Fahrstrassen binnen zwölf Stunden= 128 beträgt. Mit jeder Fahrt können durch schnittlich acht Wagen à 200 Centner Netto trajectirt werden, wodurch die Leistungsfähigkeit des Trajectes pro zwölf Stunden 1024 Wagen beträgt. Das Maximum der Trajectirung fand bis zum Wiener Ausstellungsjahre am 17. Jänner 1873 statt, wo binnen 24 Stunden bei Tag- und Nachtbetrieb 1393 Wagen von drei Ponten bei Tag und drei bei Nacht überschifft wurden; es blieb also noch immer unter der mittleren Leistungsfähigkeit.
Die Unterbrechungen durch Eisgang betrugen im Jahre 1867 drei Tage, 1868 zwei Tage, 1869 fünf Tage, 1870= 15 Tage, 1871 22 Tage und 18720 Tage.
Ueber die Leistungen, die Betriebskosten und den Kohlenverbrauch bei dem mehrjährigen Betriebe des Rheinhausener Trajec