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Oberbau.
Das Kiesbett unter dem eisernen Oberbaue ist ebenso stark genommen, wie unter den hölzernen Schwellen, nämlich 1 Fuss 0.285 Meter.
Diese Stärke hat sich als genügend erwiesen. Dabei hat sich aber herausgestellt, dass für die Erhaltung des Geleises in seiner Höhenlage die Anwendung eines reinen, durchlässigen Bettungsmaterials und eine gute Entwässerung des Unterbettes von der grössten Wichtigkeit und dass zur Erzielung eines sanften Ganges der Züge die vollständige Einbettung des Geleises in guten Kies nothwendig ist, dass sich dann aber das Geleise fast noch sanfter als ein Geleise der gewöhnlichen Schwellenconstruction befährt. Für den Fall, dass der Vorrath an Kies nicht für die ganze Bettungstiefe ausreicht, ist der Kies wenigstens bis auf 10 Centimeter unter das Schienengestänge hinabzuführen und in grösserer Tiefe durch Steinschlag zu ersetzen.
Die ungenügende Entwässerung in dem Tunnel zwischen Kreiensen und Naensen, verbunden mit der Schwierigkeit, Verdrückungen und Abnützungen in der durch den Tunnel bedingten Dunkelheit rasch zu entdecken, hat denn auch Veranlassung gegeben, im Jahre 1876 das eiserne Geleise hier durch ein leichter zu controlirendes Schwellengeleise zu ersetzen.
Die günstigen Resultate, welche die eisernen Geleisestrecken nach Constructionen I bis IV geliefert hatten, haben Veranlassung gegeben, mit der weiteren Anwendung des eisernen Oberbaues fortzufahren. In Rücksicht darauf aber, dass die Construction IV sich nicht gut zur Herstellung von Weichen eignet, weil bei derselben die vorderen Zungenspitzen nicht unter den Schienenkopf greifen können, und um anderseits die Kosten des eisernen Oberbaues so viel als möglich den Kosten des Schwellenoberbaues nahe zu bringen, ist die durch die Figuren 289 und 290 dargestellte Construction V auf der SeesenOsteroder Bahn in einer Länge von 2.07 Meilen 15.35 Kilometer in Steigungen bis zu 1: 180 und in Curven bis zu 455 Meter Radius ausgeführt. Dieselbe wiegt pro laufenden Meter 230 Pfund 115 Kilogramm und kostete seinerzeit( 1870) für diese Länge unter Anwendung von Oberschienen aus Feinkorneisen 11.41 Reichsthaler( in gegenwärtiger Zeit- 1876- etwa 8.5 bis 9 Reichsthaler) pro Meter,
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