Dokument 
Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 3 / Bericht von Franz Rziha
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen

II. Die Fahrrichtungsanlagen.

157

Unterlagsplatten durch Kreuze aus Flacheisen verbunden, welche später wieder entfernt werden können.

Die Kreuzungsstücke sind aus Schienen von Gussstahl zusammengesetzt und auf besondere Blechplatten aufgenietet.

Der Durchschneidungswinkel beträgt 5 Grad 37 Minuten 30 Secunden. Hieraus und aus dem Anschlagwinkel der Weichen­zungen von 1 Grad 10 Minuten 37 Secunden ergibt sich für die zwischen den Weichenstössen liegende Bogenlänge von 2 x 5= 10 Meter ein Radius von 179 Meter und wenn man die sonst geraden Weichenzungen von 5.38 Meter Länge als in dem Bogen liegend denkt, ein solcher von 214 Meter.

-

Der ganze übrige Weichenzug ausser den Weichen selbst ist auf eisernen Querschwellen von dem Profil der Hilf'schen Langschwelle vermittelst Bolzen und Deckplättchen aufgeschraubt und hierdurch das ganze System von ausserordentlicher Festigkeit.

Die Weichen werden, wie aus der Zeichnung ersichtlich, alle gleichzeitig durch einen Weichenbock verstellt.

3. Englische Weiche der Oesterreichischen Nord­westbahn. Dieselbe war im Originale und durch Zeichnungen auf der Ausstellung vertreten und ist auf Tafel XIII Figuren 1, 2 und 3 wiedergegeben.

Die Construction rührt vom Herrn Hohenegger her, ist in der Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architektenver­eines", 1872, ausführlich beschrieben und kennzeichnet sich durch eine besondere Sicherung bei Durchfahrung der eigentlichen Kreu­zungsstelle, die bekanntlich immer der wunde, im Organ" 1873 von Th. Hespe näher erörterte Punkt der Sicherheit der englischen Weichen ist.

Die Hohenegger'sche Sicherung besteht in der Anwendung von Kreuzungen oder beweglichen Herzspitzen. Dieselben werden durch den aus dem Grundrisse ersichtlichen Mechanismus besonders gestellt, sind jedoch auch selbstthätig eingerichtet, und zwar durch sogenannte Pedalhebel, welche in Figur 1 schwarz gezeich­net und in Figuren 2 und 3 durch a erkennbar sind. Das Um­stellen durch den Niederdruck dieser Hebel ist aus der Zeichnung genügend ersichtlich; es erfolgt beim Niederdrucke von a die