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Musikalische Lehrmittel und das musikalische Erziehungs- und Bildungswesen : (Theilbericht der Gruppe XXVI) ; Bericht / von Rudolf Weinwurm, Prof. an der k.k. Lehrerinen-Bildungsanst. zu St. Anna
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Mufikalifche Lehrmittel.

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italienifchen Volkes für Gefang ift, geht aus diefen Varifco'fchen Werken recht deut­lich hervor; die erften Uebungen fchon nehmen in der Regel die Form von Opern­Cantilenen an und der getragene Gefang- das letzte Ziel ftimmlicher Ausbil­dung- waltet hier durchaus, auch in den Liederfammlungen vor.( In dem Werkchen: I primi Doni di Fröbel, Fiori di Melodie pei gar­dini e afili d'infanzia composte per Canto con accomp. di Piano­forte o Harmonium" trifft man z. B. unter Nr. 10 ,, Al fanciuletto, che dorme" eine viertaktig gegliederte Melodie und dem kleinen Kinde ift fomit die Aufgabe geftellt, vier Takte in mässigem Tempo in einem Athem zu fingen!) Von dem­felben Verfaffer lagen noch auf:" Canti o Melodie popolari", 3 Hefte, mit Clavierbegleitung, prämiirt von der italienifch- pädagogifchen Gefellſchaft; , l'Orfeonista italiano, nuova publicazione di canti e melodie popolari per diverse voci" gleichfalls mit Clavierbegleitung; Manuale per insegna­mento del canto alla prima età" und" Corso completo di canto"; fchliefslich ein Unterrichtswerk für Clavier:" Corso di Lezioni progres­sive", das jedoch einen Vergleich mit den befferen ähnlichen Werken Deutfch­lands nicht vertragen würde.

Frankreich.

Obzwar die Ausftellung des franzöfifchen Unterrrichtsminifteriums in der Gruppe XXVI als fehr umfangreich fich repräfentirte, fo ift doch die Ausbeute für unfer Gebiet nur eine geringe und war überdiefs erfchwert durch den Mangel einer überfichtlichen Ordnung und eines Specialkatalogs. Allerdings mag fie zu den thatfächlichen Zuftänden des hieherbezüglichen öffentlichen Schulwefens in rich­tigem Verhältniffe ftehen, denn diefe liegen nach den Erfahrungen, die aus der Durchficht der betreffenden Lehrmittel und nach fonftigen Anhaltspunkten gewon­nen wurden, noch ziemlich im Argen. An den Volksfchulen Frankreichs ift Gefangunterricht gefetzlich nicht vorgefchrieben; es wird zwar hier und da gefungen, aber nur wie das Titelblatt einer muſikaliſch unbedeutenden, doch weitverbreiteten ,, Liederfammlung der Schulbrüder" fich ausdrückt rapport avec l'esprit de l'église"; es ift fomit derfelbe Zuftand der Dinge, wie er ehedem vor der Einführung der Schulreformen auch in mehreren deutfchen Ländern und in Oefterreich geherrfcht hat; man begnügt fich mit der Einübung einiger religiöfer Lieder, von einem eigentlichen fyftematifchen und fortfchreitenden Unterricht wird jedoch abgefehen. In einigen gröfseren Städten Frankreichs follen zwar in diefer Beziehung fchon feit längerer Zeit wefentliche Aenderungen ein­getreten feinfo hat namentlich Paris eine eigene Commiffion zur Uéberwachung des Gefangunterrichtes in den Communalfchulen, unter deren Mitgliedern man eine Reihe glänzender Namen lieft doch find diefs eben nur vereinzelte Bei­fpiele und Ausnahmen von der Regel.

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In welcher Ausdehnung Mufik an den Lehrer- Bildungsanftalten ( mit 3 Jahren) gepflegt wird, ift leider aus dem Organifationsgefetze nicht erficht­lich. Man fcheint hier der localen Organiſation Raum gelaffen und im Uebrigen, nach mehreren in der Collection befindlichen Lehrmitteln zu fchliefsen, das einzige Gewicht der mufikalifchen Bildung auch hier auf die kirchliche Seite der Ton­kunft gelegt zu haben. Der Unterrichtsplan für das Pädagogium in Verfailles z. B., welcher dem aufliegenden Grundrifs des Gebäudes diefer Anftalt beigefetzt war, findet feinen Schwerpunkt einzig im ,, Plain Chant"( Choralgefang), deffen Aus­führung und Begleitung; desgleichen haben mehrere der ausgeftellten Lehrmittel z. B. Naudet: Méthode très- élémentaire d'Harmonium; Battmann: Méthode d'Orgue Harmonium; Clément: ,, Le livre d'Orgue" einzig diefes Ziel im Auge. Liederfammlungen, wie fie in Deutſchland zu Dutzenden exiftiren, find in Frank­reich, wo der Born des Volksliedes weniger reich fprudelt und die Schätze der