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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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für sie unbegrenzten Lande umherzogen, überall sich niederlassend, wo gerade eine Wasserstelle war, und so lange bleibend, wie sie Weide und Wild vorfanden.

Das im allgemeinen friedliche Leben der Urbewohner wurde erst ernstlich gestört, als vor etwa 150 Jahren, von Norden und Nordosten kommend, der Stamm der

Hereros

in ungeheuren Massen in das Land einbrach, vielleicht schon Vieh mit sich führend, wohl angezogen durch die unbegrenzten Weidegründe, die bislang nur sporadisch ausgenutzt waren. Die schwachen und friedlichen Urbewohner zogen sich, von der Übermacht überwältigt, in die unfruchtbaren Hochebenen am westlichen Gebirgsrande, in die wasserarmen Gras- und Buschsteppen an der Kalahari zurück, oder sie wurden die Sklaven, die niedergedrückten Arbeiter der zur Arbeit nicht geneigten Eindringlinge. Wohl wären die schwarzen Hereros dem innewohnenden Dränge nach Landerwerb gefolgt und von Station zu Station weitergezogen nach Süden bis an den Oranje und wohl darüber hinaus, wenn nicht zu Anfang des 19. Jahrhunderts auch von Süden her ein mächtiger Volksstamm in das Land gedrungen wäre und sich nördlich des Oranje niedergelassen hätte, gleich den Hereros die Urbewohner einfach unterjochend. Das waren

die Hottentotten

Neue Kaisersüulc aus Kap Crotz.

oder, Wie sie eigentlich hießen, dieNamans". Sie waren, der am Kap sich ausbreitenden Herrschaft der Weißen mehr und mehr weichend, bis in das Gebiet nördlich des Oranje gelangt und betrachteten sich dort als Herren des Landes.

Diese gelbe Rasse, die später durch die Mitteilungenunserer Reiter" noch eingehend charakterisiert werden wird, war zwar nicht an Körperkraft, wohl aber an Intelligenz, an Kriegs­und Jagdgewandtheit, an Schlauheit und Verschlagenheit den schwarzen Hereros überlegen, und als es dann, zuerst im Namalande und bei Rehoboth, zu einem Zusammenstoße kam, da lernten die Schwarzen erkennen, daß es mit dem bisherigen Siegeszuge gen Süden sein Ende habe.

Es würde zu weit führen, wenn die einzelnen Phasen des endlosen Krieges zwischen den beiden Stämmen, der sich meist um das Swakoptal herum und im Namalande abspielte, hier geschildert werden sollten. Immerhin kannten auch die Hotten­totten die Bedeutung des römischen Wahl­spruchesEinigkeit macht stark", denn im Kampfe gegen die Hereros hielten die über den ganzen Süden des heutigen Schutzgebietes in selbständigen Gruppen verbreiteten Nordnamans fest zu­sammen*), mochten sie sich nun Witboois oder Feldschuhträger oderRote Nation" nennen, mögen sie bei Berseba oder Bethanien ihr Hauptquartier ge­habt haben.

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Seit Erschaffung der Welt sind 6684 und seit Christi Geburt 1485 Jahre verflossen gewesen, als der er­habenste und durchlauchtigste König Johannes H. von Portugal befohlen hat, daß durch JacobuS Canus, seinen Ritter, die Säule hier gesetzt.

CLo-Saulevon 1485. jetzt in Berlin.

Im Jahre der Erschaffung der Welt 6684 und Christi 1485 ließ der erhabene und berühmte König D. Joäo H. von Portugal dieses Land entdecken und diese Säule setzen durch Diego CLo, den Ritter seines Hauses.

') Der Despotie des Jonkhecr Afrikaner, später des Moses Witbooi, gelang dieser Zusammen­schluß: doch nur der Nordnamans, nicht der Bondels.