Dokument 
Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

8

liss dem gemeinsamen Angriffe beider entgegentreten zu können. Schon im März 1893 trafen 200 deutsche Reiter ein, und der energische und tapfere Gouverneur zögerte nun nicht länger, gegen Hendrik Witbooi, der jetzt seine Pläne durchschaut sah und mit Ingrimm die Kriegserklärung aufnahm, vorzugehen. Vergebens bemühte sich Hendrik, die Kapitäne der Hereros und die Bastards von Rehoboth auf seine Seite zu ziehen. Fran^ois kam ihm zuvor durch die geeig­neten Schritte. Wenigstens in der äußeren Form hielten selbst die südlichen Hottentotten­stämme, mit denen ein Vertrag geschlossen wurde, zur Regierung, wenn auch der heimliche Zu­lauf zu Witbooi von allen Seiten nicht ausblieb.

In einer Reihe von glücklichen Gefechten warf Hauptmanu von Franyois den ver­schlagenen Gegner und bereitete seinem Nachfolger, dem Major Leutwein, den entscheidenden 1894 Sieg vor, den dieser nach einer Reihe von schweren Gefechten im September 1894

bei Naukluft

errang.

Auch aus dieser Zeit und aus diesen Kämpfen finden wir nachfolgend Berichte und Schilderungen von Mitkämpfern, unter denen die Hauptleute von Perbandt und Volkmann her­vorzuheben sind.

Die Besiegung der Hottentotten unter Witbooi, die den Feldzug beendete und in einem Pakt zwischen Leutwein und Hendrik auslief, hatte zwar einen erschütternden Eindruck bei allen Einwohnern und über die Grenzen des Schutzgebietes hinaus hervorgerufen. Aber dennoch mußte im Laufe des folgenden Jahres von neuem gegen aufrührerische Stämme vorgegangen werden. Es sei hier nur der Stamm des Simon CoPPer genannt, des einzigen Hottentottenkapitäns, der noch heute unter dem Schutze der Wasserarmut der Kalahari der Schutztruppe mit 150 Gewehren gegenübersteht, stets bereit zu einem räuberischen Überfall auf eine friedliche Werft oder weidende Herden.

So kam, unter steten Kämpfen, mit nur scheinbaren Ruhepausen, die vom Feinde zur Vorbereitung für den langerhand beabsichtigten allgemeinen Aufstand benutzt wurden, das Jahr isoi 1904 heran. Und über die wahrhaft heroischen Kämpfe, die im Januar dieses Jahres einsetzten und erst im Jahre 1907 ihr Ende finden sollten, nachdem viele Hunderte deutscher Krieger im Heldenkampfe geblieben waren, die ihr Blut für Deutschlands Macht und Ehre vergossen über den Verlauf dieses Abschnittes zu schreiben, hat ein Berufenerer, ein Reiteroffizier, der dabei war, übernommen. Dankbar gebe ich ihm jetzt das Wort:

, «

Frauen der FeldhcreraS.