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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Kaiser-Wilhelms-Berg.

Hier schlug Hauptmann Franke am 28. Januar 1904 die am 27. aus Lkahandja geworfenen Hereros und entsetzte dadurch diesen wichtigen Stationsort.

Stammesgenossen am oberen Swakop an­schlössen.

Die dort nun vereinigte Herero- masse, 3000 Männer an Zahl nach der Schätzung, beschloß Oberst Leutwein mit der Haupt- und der Ostabtcilung anzu­greifen. Die Haupt­abteilung unter seiner Führung schlug den

Feind bei Ongan- r.,«.

jira, folgte den nord- westwärts weichenden Teilen, die Zuzug er­hielten, und lieferte ihnen das schwere Ge­fecht bei Owiumbo, ig>4.

ohne daß die Ostabteilung zum Eingreifen gelangte. Da bei der fehlenden Verbindung auf ein Zusammenwirken mit der Oftabteilung nicht zu rechnen, die Hauptabteilung allein aber den ver­einigten Hererostämmen gegenüber für einen entscheidenden Schlag zu schwach war, ging Oberst Leutwein nach Okahandja zurück, um die angekündigten Verstärkungen aus der Heimat abzu­warten. Die Ostabteilung war von Onjatu über Owikokorero nach Otjituo marschiert, um sich dort für ein Eingreifen bereitzustellen, jedoch, da sie keine Verbindung mit der Haupt­abteilung fand, umgekehrt. Sie stieß bei Okaharui in dichtem Busch auf überlegenen Gegner, s./t. erwehrte sich seiner in verlustreichem Kampfe und marschierte nach Onjatu, von wo sie infolge Ausbrnchs einer Typhusepidemie in ihren Reihen nach Otjihaönena geführt werden mußte.

In weniger als zwei Monaten, seit dem Vormarschbeginn, hatte sich die Lage wesentlich zu deutschen Gunsten verändert. Unter dem Eindruck der für sie recht empfind­licheil Gefechte an den Onjatibergen zog sich die Masse der Aufständischen in der zweiten Aprilhälfte nordwärts, dem Waterberge zu schwerfällig und bei zunehmender Versammlung sich selbst eine Gefahr. Das südliche und östliche Damaraland waren von stärkeren Banden frei, die Sorge wegen Entkommens der Hereros mit dem geraubten Vieh nach Osten war ge­wichen. Ein entscheidender Erfolg in der Niederwerfung des Aufstandes war jedoch nicht erzielt. Eher hatte das an sich nicht kriegerische, zum Teil in den Aufstand widerwillig ge­zogene Volk gelernt, sich den Weißen gegenüber zu fühlen. Die Hereros, die bei Owiumbo gegen die deutschen Linien stürmten, waren andere als die von der Kompagnie Franke zu Paaren getriebenen. Oberst Leutwein hielt denn auch erheblich stärkere Kräfte als die bisherigen für erforderlich. Vor allem aber trat nun die Notwendigkeit hervor, die Aus­rüstung der Truppe, ihre Berittenmachung und den Fuhrpark zu ergänzen, das Nachrichten­wesen zu verbessern, die rückwärtigeil Verbindungen und den Nachschub auf ihnen zu organisieren, damit zugleich das Eintreffen der Verstärkungen vorzubereiten. Während daher Abteilung Estorff dem Gegner folgte, um Fühlung zu halten und ihm über Okamatangera möglichst die östliche Flanke abzugewinnen, rückte die Hauptabteilung zunächst nur bis Owikokorero vor. i8.,6.

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