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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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4./10.

F-ldzug gegen die Hotten- rotten

Erste Ge-

22 ./ 11 .

28./11.

4. U. S./12.

25. SrS 28./11.

Besiegung der Feld­schuhträger 15..12.

Kämpfe am Auob

und Reden, daß diese Macht nach Niederwerfung der Hereros gegen die Hottentotten bestimmt sei, daß man ihnen die Waffen, das Land nehmen, die Kapitäne absetzen werde.

Schon warder Major" nicht mehr Grootkaptän; er würde bald nach Deutschland gehen, undder Hauptmann" H würde ihm folgen .... So fand Stürmann Skeppert, der noch Anfang 1904 nichts hatte ausrichten können, mit seinen Hetzreden und Prophe­zeiungen bei Hendrik Eingang.Die Zeit ist erfüllt!", wo er für sein Volk handeln muß. Es ist der nationale Gedanke, der aus diesen Worten spricht; die religiöse Einkleidung liebt der Hottentott in der getragenen Sprache seines schriftlichen Verkehrs.

Die Ermordung des Bezirksamtmanns von Burgsdorff gab das Signal zur Nieder- metzelung der Weißen männlichen Geschlechts und zum Plündern der Farmen. Der Simon- Copper-Stamm und die Rote Nation von Hoachanas schloffen sich an, Feldschuhträger und Nordbethanier folgten; nur der kleine Kapitänanhang unter den Bethaniern, der Bersebastamm, und die Bastards von Rehoboth blieben treu.

Die Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Kolonie war unter­brochen, keine Bahn erleichterte den Transport in das weite Gebiet, das wasserarmer und weniger bekannt war als der bisherige Kriegsschauplatz. Vielmehr schien der Baiweg ge­fährdet. Ein neuer Feldzug stand bevor, dessen Schwierigkeiten man ahnte, über dessen vor­aussichtliche Dauer nur vage Vermutungen laut wurden.

Die zur Begleitung des Gouverneurs nach dem Süden bestimmt gewesene 2. Ersatz­kompagnie in Windhuk war die erste bereite Truppe. Durch Landeskenner aus dem Beur­laubtenstande ergänzt, rückte sie unverzüglich zum Schutz des Bastardlandes an dessen Südgrenze ab. Der mit dem Kommando im Süden betraute Oberst Deimling folgte mit der alten 2. Feldkompagnie und ffz Gebirgsbatterie. Weiterhin waren die jungen Truppen des 2. Feld­regiments für den Hottentottenfeldzug bestimmt. Den ersten Hereroansturm hatte die alte Garde ausgehalten, die junge sollte im Süden den blutigen Lorbeer pflücken!

Auch die Heimat und das Kapland mußten senden. In langer Folge reihte sich Transport an Transport. Truppen und Etappenformationen für den Süden, technische Truppen, Kolonnenabteilungen mit ihrem großen Aufgebot an Personal, Tieren und Material. Die Arbeitslast an den rückwärtigen Verbindungen wuchs. Man rief nach der Bahn für den Süden doch sie blieb aus.

Vor Kub und bei Lidfontein kam es zu den ersten größeren Zusammenstößen mit den Witboois; ihre Masse wurde durch kühn geführte Patrouillen bei Rietmont festge­stellt. Oberst Deimling rückte von Kub dorthin vor, schlug die Witboois bei Narus und nahm den Kapitänssitz. Gegenüber dem Auob abwärts auf Gochas ziehenden Gegner blieb Abteilung Meister bei Kalkfontein, während Detachement Ritter gegen die im Hudup- rivier sitzenden Nordbethanier zog.

Im äußersten Süden hatte Morenga Ausgang November das wichtige Warmbad zu überfallen versucht. Die Station, die die Kapstädter Presse bereits in den Händen der Aufständischen sah, wurde zwar gehalten, aber die ernsten Gefechte bei Alurisfontein zeigten, was dort auf dem Spiele stand. Doch vorerst harrten andere Aufgaben der Lösung.

Major von Lengerke hatte zunächst mit den Feldschuhträgern abzurechnen. Bei Koes, ihrem Hauptsitz, brachte er ihnen eine entscheidende Niederlage bei, von der ab der Stamm und sein unbedeutender Kapitän haltlos zwischen dem Anschluß an die Nordnamans und an Morenga schwankten. Nun holte Oberst Deimling zum Schlage gegen die Wit­boois und Franzmannhottentotten aus, die am Auob bei Zwartfontein und bei

1) Gouverneur Oberst Leutwein.

2) Bezirksamtmann Hauptmann a. D. von Burgsdorff.