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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Seitenpatrouillen deckten unsre Flanken. Nicht lange hatte es gedauert, als die Spitze von dem noch immer seine Stellung bei Keidorus behauptenden Feind Feuer erhielt. Unser Leutnant Bender, welcher die Batterie führte, ritt im Galopp nach vorne, suchte eine passende Stelle und kommandierte:Meine Batterie hier auffahren!" In schnellster Gangart fuhren wir in Feuer­stellung. Mit einem heftigen Kugelregen wurden wir begrüßt. Doch es dauerte nicht lange, da fingen unsere Kanonen zu sprechen an.« Die Infanterie war auf die Berge geklettert und hatte auch schon das Feuer auf die feindliche Stellung eröffnet. Auch das Maschinengewehr und die Gebirgsgeschütze waren schon in Tätigkeit getreten. Gesehen hatten wir kaum einen Farbigen gelegentlich einen Kopf. Aber daß sie da waren und ihren Kram verstanden, das sahen wir an den Verwundeten, hörten wir aus dem fatalen Gesänge der Kugeln. Ungefähr zwei Stunden währte das Gefecht. Länger vermochte der hartnäckige, sehr hinterlistige Feind nicht standzuhalten und suchte das Weite. Die Verfolgung wurde sofort aufgenommen, und am Abend erreichten wir noch die Wasserstelle Aiais. Sie war von einem Gebirgsgeschütz und einigen Gewehren besetzt. Nach Aiais führt der letzte südliche Weg, durch welchen man den Fischfluß erreichen kann. Dort machten wir einen Ruhetag, um uns neu mit Proviant und Munition zu versehen. Die Pferde und Esel wurden auf die Weide getrieben; denn Hafer war knapp. Patrouillen gingen aus, die feindliche Stellung zu erkunden.

II.

Das zerbrochene Rad.

Unaufhaltsam marschierten wir weiter, auf des Feindes Fährte, der vor unserer Macht zurückwich. Einmal versuchten die Hottentotten uns an einem Felspasse aufzuhalten, schössen auch zwei Mann der Spitze nieder, flohen dann aber. Alle Tage mußte mehrfach der Fischfluß durchquert werden. Das Wasser ging bis über die Rohre und wir Fahrer wurden naß. Bei Tage ging das, aber die Nächte waren kalt.

Abends wenn die Posten standen, die Pferde und Esel im Schilfe sich erbärmliche Nahrung suchten zogen wir uns ganz aus, hingen die nassen Kleider an die Zweige eines

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Über Steingeröll und Felsen, aus unwegsamen Pfaden, erllommen die Webirgsbatterien die schroffsten Hänge.

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