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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Und dann war Plötzlich die Leitung nach rückwärts auch unterbrochen, und die Leitungs­Patrouille, die ich losschickte, kam sehr bald mit der Nachricht zurück, daß zwei bis drei Kilometer des Kabels herausgeschnitten und verschleppt worden wären. Solchem Schaden konnten wir nicht abhelfen; nun waren wir von aller Welt abgeschnitten und nur auf unsere Karabiner und unsern Soldatenmut angewiesen. Wir konnten nicht zweifeln, daß die jetzt drankamen.

Am Morgen des 13. Februar weckte uns der Posten. Schnell waren wir für unser Tagewerk gerüstet. Rasch ein frugales Mahl da krachte und blitzte es auf einmal von drei Seiten her. Aber im selben Moment waren wir auch in unserer Schanze, und unsere Karabiner blieben die Antwort nicht schuldig. Einer von uns fehlte, der Sanitätsunteroffizier Horn. Er war zu weit fort, um die Schanze zu erreichen, und so blieb er, wo er war, am Wagen. Ein über die Deichsel gehängter Woilach diente ihm als Schutz; kein feindliches Geschoß fand seinen Weg dorthin, sie galten alle uns und dem Zelt. Gut war es, daß er so uns gegen

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Untcrofstzier Müller in Geitsabis, den i3. Februar 1905.

Schulz, der alte 6. Kürassier, hatte einen Schuß durch die Brust und krümmte sich vor Schmerz. Und dann kam's auch an mich! Ein furchtbarer Schlag traf mein Gewehr. Holzsplitter flogen mir ins Gesicht warm fühlte ich's über Stirn und Backen strömen!"