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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Stelle eingegraben; zum Transport der Verwundeten bis zum Wüstenrand brauchten wir 1^/z Tag. Unten wurden die später an ihren Wunden Verstorbenen begraben. Es fielen: Sergeant Groß, Reiter Hauptmann. Verwundet wurden: Major Maercker, Assistenzarzt Korsch, Unteroffizier Winzer, Gefreiter Nitsche und die Reiter Glänzel, Guthier, Lietzau, Sefz, Simon, Zacher.

Nach dem Gefecht sprach mir Herr Major Maercker persönlich seine Anerkennung aus, und Se. Majestät geruhte, mir später das Militärehrenzeichen 2. Klasse zu verleihen.

Gustav Nikolaus,

ehem. Vizefeldwebel der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Trier.

Oiccrstolcvö 1:)7AM.

Gefecht bei Nubib, 1g. September IZ05.

In der Omaheke.

Verfolgung im Durstmarsch nach Rietfontein.

Am 27.Oktober 1904 brachen wir von Otjimanangombe aus, um eine bei Oz-Ombu versammelte Herero bände anzugreifen. Diese Wasserstelle nannten wir Or log sende. Inder Nacht vom 27. zum 28. legten wir den Weg von 50 Kilometer zurück und griffen am 28. früh den Feind an. Nach kurzem Gefecht floh er nach allen Richtungen auseinander. Die Ver­folgung wurde sofort aufgenommen. Wir erreichten nach zweistündigem Marsche eine Wasser­stelle, wo wir bis Nachmittag 4 Uhr ruhten, um dann, den Epukiro abwärts, die Verfolgung weiter aufzunehmen.

Hier an dieser Wasserstelle bekamen wir wenig Wasser Reit- und Zugtiere fast gar nichts. Massenweise lag das verdurstete Vieh um die Wasserlöcher erfüllte die Luft mit einem schauderhaften Geruch. Das Wasser, das wir bekamen, war schlammig und weiß wie Milch, und Hunderte von Maden schwammen darin umher, die von den Kadavern des toten Viehes