Dokument 
Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen

57

Kaum hatte sich üie Spitze ISO Meter enttarnt, da krachte es von links aus dem Gebüsch. Mein Kamerad Kovitzki stürzte tot vom Pferde!"

MS

Wir sprachen deutsch mit diesen Lumpen!"

i.

In Not und Gefahr.

Am ersten Osterfeiertag 1905 rückte Oberleutnant von. Bülow mit 40 Reitern, darunter noch zwei Offiziere, von Maltahöhe ab nach den Tirasbergen rüber, um gegen Cornelius aufzuklären.

Wir kamen am dritten Tage nach dem Chamhawib und überraschten dort eine Hottentottenpatrouille von drei Mann. Zwei davon entkamen, einen nur nahmen wir ge­fangen. Der Gefangene wurde nun nach verschiedenem gefragt, er sollte Auskunft geben über den Verbleib seiner Kameraden. In seiner Angst sprach er vieles, aber offenbare Lügen. Deshalb wurde er sofort erschossen. Nun schickte Oberleutnant von Bülow acht Reiter zurück an Hauptmann von Zwehl und meldete, daß wir auf der Spur der Hottentotten seien. Jetzt war nun unsre Patrouille nur noch 32 Gewehre stark.

Am 27. April frühmorgens rückten wir ab nach Huams, kamen mittags dort an und machten in der Nähe der Wasserstelle halt.

Jeder Reiter hatte für drei Tage Verpflegung bei sich gehabt, aber wir waren schon vier Tage unterwegs. Mancher von uns hatte wohl noch ein wenig Reis, mancher aber auch gar nichts mehr. Was uns nun in dieser Wildnis für schlimme Tage bevorstanden, sah wohl jeder ein.Spare in der Zeit, so hast du in der Not." An diese Worte dachte wohl ein jeder von uns, darum wurden auch die sogenannten Wassermelonen, welche sich dort be­fanden, auf Feuer gelegt, gebraten und gegessen. Wie sie geschmeckt haben, weiß ich heute noch nicht recht. Für diesen Tag hatten wir nun noch Brot. Es kam aber noch schlimmer.

Oberleutnant von Bülow teilte nun die Patrouille. Leutnant Fischach erhielt einen mir unbekannten Auftrag und dazu 15 Reiter, darunter war auch ich. Um 4 Uhr nach­mittags hatten wir gesattelt, ritten nach dem Wasser und von da, im Rivier lang, wieder

Deutsche Reiter In Südwest. 9

,1