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„In das Brüllen der vom Durst gepeinigten, noch lebenden Tiere mischte sich das Stöhnen und Wimmern der Verwundeten,"
Da eine Seitenpatrouille bereits am Abend gemeldet hatte, daß etwa 250 Hereros abgezogen seien, war die Stimmung wieder hoffnungsvoller. Als die Sonne wieder anfing zu brennen und zu stechen, kam der Befehl, alles zum letzten Sturm vorzubereiten. Ein Gefühl der Erleichterung und ein lautes „Hurra!" ging durch die gauze Linie hindurch. Als der Befehl zum Sturm selbst ankam, stürzten sich die Kompagnien mit Aufbietung der letzten Kraft unter Hurrarufen auf den Feind, der ein heftiges, aber ungezieltes Feuer abgab, dann aber nicht mehr zu halten war. In demselben Augenblick kam ein Mann der 7. Kompagnie zu mir gelaufen mit der Bitte um Unterstützung, da die Hottentotten auf der anderen Seite des Riviers sich festgesetzt hatten und flankierendes Feuer aus unseren rechten Flügel abgaben. Ich riß den Lafetteuschwanz nach dieser Seite herum und hatte das Glück, sofort einen Volltreffer zu erzielen. Da gleichzeitig ein anderes Geschütz ebenfalls dasselbe Ziel beschoß, konnte die gelbe Bande diesem wirkungsvollen Feuer nicht mehr widerstehen; sie machte kehrt und lief, verfolgt vom rechten Flügelzug der 7. Kompagnie, davon. Im nächsten Augenblick hatte diese Kompagnie mit dem Bajonett die Wasserstelle gestürmt und sich dort festgesetzt. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von der Einnahme der Wasserstelle durch das ganze Detachement hindurch. Deutlich hörte man trotz Gewehr- und Geschützfeuers die Leute den Choral „Nun danket alle Gott" singen. Das Feuer wurde eingestellt, und mit Aufwendung der letzten Kräfte stürzten sich die Kompagnien auf den an einzelnen Stellen noch standhaltenden Gegner, von dem viele Leute dem Bajonett zum Opfer fielen, der größere Teil jedoch sein Heil in der Flucht suchte. Wir schafften mit den wenigen vorhandenen Tieren und allen verfügbaren Leuten ein Geschütz mit
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