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Eine gehobene Stimmung ergriff die deutschen Streiter. Trotzdem niemand den Ernst der Situation verkannte, beherrschte doch flammende Begeisterung den Geist der Truppe; jedermann war von dem Wunsche beseelt, an dem heimtückischen Feind den qualvollen Tod der hingemordeten Kameraden blutig zu rächen.
Um 6,50 Uhr erhielt der Zug des Leutnants Frecherm von Hammerstein 2. Kompagnie 2. Feldregiments den Befehl, in Richtung Omuweroumue zum Angriff vorzugehen. Im dichten Dornbusch entwickelte sich der Zug zwischen dem Okosongoberg und dem Water- berg in Schützenlinie. Der Dornbusch war jedoch so dicht, daß Leutnant Freiherr von Hammer- stein den Befehl gab, so dicht wie möglich an ihm heranzubleiben.
Plötzlich bekam der Zug heftiges Feuer. Er war auf die Werften von Omuweroumue gestoßen, die dicht von Hereros besetzt waren. Ein kurzes Schnellfeuer wurde abgegeben, dann stürzte sich der Zug mit dem aufgepflanzten Seitengewehr dem Feinde entgegen. Der I'uror tsutouious war erwacht, ihm vermochten die Hereros nicht standzuhalten. Jede einzelne Werft wurde genommen. Eilig wandten sich die Hereros zur Flucht. Was noch standhielt, fiel der Kugel oder dem Seitengewehr zum Opfer.
Leutnant Freiherr von Hammerstein durchbohrte selbst einen Herero, der sich mit geschwungenem Kirri auf ihn stürzen wollte, um ihm den Schädel zu zertrümmern, mit dem aufgepflanzten Seitengewehr. Lautlos sank der Herero zu Boden. Gegen Mittag war vom Zuge der Ort Omuweroumue genommen. Der Paß war von den Hereros geräumt, die in östlicher Richtung auf Hamakari flohen. Der Abteilung Deimling gelang es währenddessen, bis zur Station Waterberg vorzudringen.
In dem erbitterten Kampfe in den Wersten wurden 29 Hereros vom Zuge erschossen oder erstochen.
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.Leutnant Freiherr von Hammerftein durchbohrte ielbst einen Herero mit dem aufgepflanzten Seitengewehr."